Nach langen und teilweise heftigen Verhandlungen zwischen der französischen Regierung und der Bank von Frankreich wurde am 21. Mai eine Einigung erzielt, die eine gemeinsame Verteidigung des Franc zum Ziel hat. Finanzminister Peret versicherte nach dem Treffen mit Vertretern der Bank, dass das Einvernehmen trotz mancher Unstimmigkeiten niemals ernsthaft gefährdet gewesen sei und nunmehr auf einer festen Grundlage ruhe. Die Regierung überlässt der Bank von Frankreich die Verantwortung für die konkrete Durchführung der Deviseninterventionen sowie für die Auswahl der beteiligten Institutionen, um den Franc gegenüber ausländischen Währungen zu stabilisieren.[1][2]

Wie Peret vor Journalisten erklärte, hat die Bank von Frankreich, unterstützt von weiteren Pariser Großbanken, offenbar umfangreiche Käufe des Franc auf den internationalen Märkten vorgenommen. Es wird berichtet, dass sich hierzu überdies deutsche, englische und amerikanische Banken zusammengeschlossen hätten; besonders wird die Beteiligung deutscher Institute hervorgehoben. Die Interventionen scheinen zu einer schnellen und deutlichen Aufwertung des Franc geführt zu haben, die von manchen Beobachtern als 'künstlich' bezeichnet wird. Sie gehe weit über die realen wirtschaftlichen Grundlagen hinaus.[1]

Aus dem Pariser Ministerrat wurde amtlich bestätigt, dass Gerüchte über eine Amtsumbildung des Kabinetts Briand im Zusammenhang mit der Finanzkrise unbegründet seien. Die Regierung betont vielmehr ihre Einigkeit und den festen Willen, den Franc im Interesse der gesamten Nation zu stützen.[3][2]

Trotz der Zuversicht, dass das Pfund gegenüber dem Franc noch weiter fallen könne, räumte Finanzminister Peret ein, dass noch wesentliche Fragen zu regeln seien. Die Bank von Frankreich habe weitere Bedingungen für den Einsatz ihrer Goldreserve in Höhe von etwa 3.700 Millionen Goldfranc gestellt, bevor sie diese zur Garantie von Interventionen heranziehen wolle. Damit tritt die Finanzkrise zunehmend in ein politisches Stadium ein. Die Regierung muss sich auf das Einhalten dieser Bedingungen einstellen.[2]

Der Pariser Figaro mahnt zu einer zurückhaltenden Bewertung der Lage und warnt vor einer zu starken Einflussnahme der Regierung auf die Bank von Frankreich. Diese dürfe ihre Unabhängigkeit nicht verlieren, da der Kredit des Franc im Ausland in den vergangenen Jahren bereits durch politische Eingriffe Schaden genommen habe. Die Goldreserve der Bank sei von großer Bedeutung, nicht nur für die aktuelle Währungssicherung, sondern auch für eine zukünftige Reform des französischen Geldwesens. Daher könne eine Intervention an den Devisenmärkten lediglich als zeitlich begrenzte Maßnahme wirksam sein. Eine dauerhafte Lösung stelle sie nicht dar, da sonst der Bestand der Reserven und das internationale Vertrauen gefährdet würden. Die Redaktion fordert die Regierenden auf, jegliche ‚Gefälligkeiten‘ zu verweigern und im Interesse des Landes Standhaftigkeit zu bewahren.[4]

Die Absicherung des Franc sei nicht nur eine innenpolitische Pflicht, sondern berühre auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland. Deutschland habe ein Interesse an einer stabilen Währung in Frankreich, um den Handel nicht zu erschweren. Auch in Großbritannien zeige sich eine wachsende Sorge um den Kurs, weshalb internationale Kooperationen nicht ausgeschlossen erscheinen.[1]

Die jüngste Entwicklung der Börsen auf den Finanzplätzen Paris, London und New York, die zu einer erheblichen Aufwertung des Franc führte, gilt als Bestätigung der gemeinsamen Maßnahmen der Bank von Frankreich mit ihren ausländischen Partnern. Dennoch bleibt abzuwarten, wie lange diese Interventionen den Franc wirkungsvoll stützen können, ohne die Goldreserven über Gebühr zu beanspruchen.[1]

Das Einvernehmen zwischen Regierung und Bank von Frankreich stellt eine entscheidende Voraussetzung für die weitere Bekämpfung der Finanzkrise dar. Auch wenn der Kampf um die Stabilisierung des Franc mit Herausforderungen verbunden bleibt, hat sich die Regierung zu einer verstärkten Kooperation mit der Bank sowie mit ausländischen Finanzinstituten verpflichtet. Ziel ist es, das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen und einer weiteren Verschlechterung des Währungskurses entgegenzuwirken.[3][2][4]