Zu Pfingsten haben sich in Zürich die Vertreter der Mieterorganisationen zahlreicher europäischer Staaten versammelt, um einen gemeinsamen Weg aus Wohnungsnot und Mietelend zu beraten.[1] Wie das Hamburger Echo berichtet, kamen Delegierte ohne Unterschied der Konfession oder der parteipolitischen Zugehörigkeit zusammen.[1] Die Beratungen führten zu einer überraschend restlosen Übereinstimmung in allen grundsätzlichen Fragen. Am 23. Mai wurde daraufhin der „Internationale Mieterbund“ einstimmig gegründet.[1]

Der neu geschaffene Bund soll dem Erfahrungsaustausch dienen und die Mieterbewegung über die Landesgrenzen hinweg vereinheitlichen.[1] In einer Resolution wurde als Ziel festgelegt, für die Verbesserung der Wohnkultur, für eine soziale Mietgesetzgebung und für die Förderung des kommunalen Wohnungsbaues einzutreten.[1] Man erwarte von den Regierungen und Parteien, dass sie diese Forderungen im Interesse des Gemeinwohls verwirklichen helfen.[1] Dem Vorstand gehören Dr. Wirth (Zürich), Dzievk (Berlin), Schleifer (Wien) und Grimlund (Stockholm) an.[1] Vertreten waren Deutschland, Dänemark, Schweden, England, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Ungarn, die Tschechoslowakei und Danzig.[1]