Die Zahl der von Banditen in verschiedenen Teilen Mexikos entführten amerikanischen Staatsbürger ist nach neuen Berichten auf fünf gestiegen.[1] Wie die amerikanische Botschaft in Mexiko-Stadt mitteilte, handelt es sich bei den jüngsten Opfern um zwei Bohrarbeiter namens Briggs und Greely. Sie wurden im Öldistrikt von Tampico verschleppt.[1][2] Die Entführer drohen, die beiden Männer zu töten, sollte kein Lösegeld gezahlt werden.[1]

Besonders kritisch ist die Lage für John J. Shanklin, einen Angestellten einer Zuckerplantage. Er fiel bereits am Dienstag in die Hände von Verbrechern.[1] Für seine Freilassung wird eine Summe von 20.000 Pesos gefordert.[2] Ein Ultimatum der Banditen, Shanklin bei Nichtzahlung bis Donnerstagabend zu töten, ist inzwischen verstrichen, ohne dass sein Schicksal bekannt wurde.[2] Ein Angebot von Freunden der Geisel, 5.000 Pesos zu zahlen, haben die Entführer zurückgewiesen.[1][2]

Dem *Evening Star* zufolge hat die mexikanische Regierung nun Bundestruppen in den Bundesstaat Vera Cruz entsandt.[2] Diese Truppen haben den Befehl erhalten, die Bande unter der Führung eines gewissen Vidal Tenoria zu zerschlagen und Shanklin zu befreien.[2] Seitens der mexikanischen Behörden wird vermutet, dass die Entführer gezielt versuchen, die Regierung in einen diplomatischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten zu verwickeln.[2]

Die amerikanische Botschaft musste im Auswärtigen Amt in Mexiko-Stadt wiederholt vorstellig werden und wies dabei auf das Schicksal der Entführten hin.[1][2] Neben den drei genannten Männern befinden sich außerdem der Minenbesitzer C. C. Braden aus Texas sowie ein Bergbauingenieur namens Gallagher in Geiselhaft.[2] Braden wurde bereits am 18. Mai im Bundesstaat Durango gefangen genommen. Über ihn liegen Berichte vor, wonach er misshandelt worden sein soll.[1] Nach Angaben aus Washington wird der amerikanische Botschafter Sheffield die Fälle weiterhin eigenständig mit der mexikanischen Regierung verhandeln. Nach Einschätzung der amerikanischen Seite sind die Behörden bemüht, alles zur Freilassung der Amerikaner Erforderliche zu tun.[2]