In Portugal ist erneut eine Militärrevolte ausgebrochen, die sich gegen die amtierende Regierung richtet.[1] An der Spitze der aufständischen Bewegung steht General Gomes da Costa, unter dessen Kommando Teile der Garnison in der nordportugiesischen Stadt Braga in der Nacht zum Freitag die Meuterei begannen.[2] Berichten zufolge sind jedoch mindestens zwei Divisionen an dem Aufstand beteiligt, eine im Norden und eine weitere im Süden des Landes.[1][3]
Die Regierung in Lissabon hat in einem amtlichen Communiqué erklärt, sie habe alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen.[2] In der Verlautbarung heißt es, im gesamten Land herrsche vollkommene Ruhe, und der Aufruhr habe sich lediglich auf einige Elemente einer einzigen Division in Braga beschränkt.[4] Demzufolge wurden in Porto bereits zwei Kolonnen loyaler Truppen unter dem Kommando von General Peres organisiert, um die Aufständischen in Braga anzugreifen und „zu ihrer Pflicht zurückzuführen“.[2][4] Das Ministerium zeigt sich zuversichtlich, der Unbotmäßigkeit Herr werden zu können.[1]
Diese offizielle Darstellung steht jedoch im Widerspruch zu anderen Meldungen aus dem Land. Demnach ist die Bewegung keineswegs auf Braga beschränkt, sondern umfasst unter anderem die Achte Heeresdivision sowie die Oporto-Division.[3] Der Kommandant der aufständischen Truppen hat einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen und darin seine Absicht verkündet, auf die Hauptstadt Lissabon zu marschieren.[1][3] Als Zeichen für den Ernst der Lage wird gewertet, dass die telegrafischen Verbindungen zwischen der Hauptstadt und dem Inneren des Landes unterbrochen sind.[1][3]
Über die politischen Ziele der Rebellen wird bekannt, dass deren Führer den Präsidenten der Republik aufgefordert haben sollen, eine Regierung außerhalb des Parlaments zu bilden und die Führer der Parteien zu einer Besprechung zusammenzurufen.[4] Der Aufstand ereignete sich vor dem Hintergrund einer schwelenden politischen Krise. Diese hatte sich zuletzt in den Auseinandersetzungen um das Tabakmonopol erneut entflammt.[3] Obwohl die Regierung verkündet, die Lage unter Kontrolle zu haben, ist die Situation weiterhin unklar.[2]