Im Löwenbräukeller fand eine stark besuchte öffentliche Kundgebung des deutschen Lebensmittelhandels statt, die von allen Teilen des Reiches Zuspruch fand.[1] Anlass war die gemeinsame Tagung des Edeka-Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften und des Reichsverbandes deutscher Kolonialwaren- und Lebensmittelhändler.[1]
Zahlreiche Vertreter von Behörden und berufsständischen Organisationen waren anwesend, darunter Abgesandte des bayerischen Handelsministeriums sowie der Reichstagsfraktionen der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei.[1] Als Hauptredner traten Direktor Korihaus aus Berlin und Reichstagsabgeordneter Generaldirektor Borrmann auf.[1] Die Ausführungen beider Redner gipfelten in der Forderung nach der Erhaltung eines wirtschaftlich starken Mittelstandes, ohne den es, wie betont wurde, kein gesundes Staatswesen geben könne.[1]
In zwei Entschließungen wurde verlangt, die steuerlichen und sozialen Lasten auf ein Mindestmaß herabzudrücken und dem Missbrauch wirtschaftlicher Macht durch Trusts, Kartelle und Syndikate entgegenzutreten.[1] Darüber hinaus wurde die Aufhebung der letzten Reste des Notgesetzes vom 13. Juli 1923 gefordert.[1] Auf dem Verbandstag des Edeka-Verbandes stimmten die Mitglieder der Schaffung eines Einheitsverbandes des deutschen Lebensmittelhandels zu, zu dem der bestehende Reichsverband ausgebaut werden soll.[1]