Leo Trotzki ist nach Beendigung seines Urlaubs nach Moskau zurückgekehrt und hat dort, wie die Deutsche Allgemeine Zeitung meldet, die Leitung der Konzessionsabteilung übernommen.[1] Dieser Schritt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den jüngsten Beratungen im Rat der Volkskommissare über die wirtschaftliche Lage des Landes.[1]
Ein dem Rat vorgelegter Bericht schlägt vor, ausländischen Kapitalisten weitreichende Konzessionen zu erteilen. Ziel ist es, den Wiederaufbau und die Instandsetzung von Gebäuden voranzubringen.[1] In dem Bericht wird hervorgehoben, dass sich Häuser im ganzen Land in einem trostlosen Zustand befinden.[1] Diese Einschätzung wird durch Berichte bestätigt, die über verödete Gebäude und Ruinen an zuvor blühenden Gütern berichten.[2] Es betrifft nicht allein Wohnhäuser. Auch Fabriken, Wasserwerke und der Straßenbau sollen sich in einer überaus kritischen Situation befinden.[1]
Angesichts dieser Notlage wurde beschlossen, ausländischen Bauunternehmern konkrete Reparatur- und Neubauverträge zu unterbreiten.[1] Um diese Angebote für das Ausland anziehend zu gestalten, sollen den Unternehmern erhebliche Vergünstigungen eingeräumt werden.[1] Hierzu zählt die zollfreie Einfuhr von Maschinen und Baumaterialien; ferner wird die Erlaubnis erteilt, sowohl eine Anzahl ausländischer Spezialisten als auch einen festgelegten Prozentsatz ausländischer Arbeiter mitzubringen.[1] In diesen Maßnahmen zeigt sich die Einsicht, dass eine Abkehr von der bisherigen Politik der Selbstisolierung für die Erneuerung des Landes notwendig geworden ist.[2]