Ein bewegendes Ereignis fand gestern in den Abendstunden in Helsingfors statt, als der Dampfer „Andania“ der Cunard-Linie 628 finnische Auswanderer aus Amerika zu einem Besuch in ihre alte Heimat brachte.[1] Unter den Ankommenden befanden sich zahlreiche Personen, die Finnland vor dreißig oder vierzig Jahren verlassen hatten. Auch viele Kinder und junge Leute waren unter den Rückkehrern; sie betraten zum ersten Mal den Boden des Landes ihrer Väter.[1]
Die Ankunft des Ozeandampfers, der wegen dichten Nebels auf der Ostsee mehrere Stunden Verspätung hatte, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Demonstration.[1] Wie das Helsingin Sanomat berichtet, wurde die „Andania“ bereits vor der Festung Sveaborg von Flugzeugen der Armee und den Geschützen der Festung begrüßt.[1] Ein Empfangskomitee begab sich auf den kleineren Dampfern „Baltic“, „Torneå“ und „Viola“ dem großen Schiff entgegen, um die Gäste willkommen zu heißen.[2] An Bord begrüßte Redakteur Y. Rauanheimo die Landsleute im Namen des Komitees.[1][2] Währenddessen spielte eine Kapelle der finnischen Amerikaner die Nationalhymnen Amerikas und Englands, worauf eine Militärkapelle an Land mit der finnischen Nationalhymne antwortete.[1]
Die Abfertigung der Passagiere und die Passkontrolle an Bord nahmen jedoch geraume Zeit in Anspruch.[1] Erst nach drei Stunden waren alle Formalitäten erledigt, sodass die Gäste auf die bereitstehenden kleineren Schiffe umsteigen konnten, die sie zum Südhafen brachten.[1] Die Einfahrt in den Hafen vollzog sich langsam unter den Zurufen der auf der „Andania“ verbliebenen Besatzung.[1]
Dort hatte sich eine gewaltige Menschenmenge versammelt, deren Zahl von den örtlichen Blättern auf 8.000 bis 10.000 Personen geschätzt wird.[1][2] Unter den Anwesenden, die die Heimkehrer empfingen, befanden sich Stadtdirektor Arthur Castrén, Senator Kaarlo Castrén sowie der Stadtkommandant, Oberst von Kraemer.[1][2] Pfadfinder und Marineinfanteristen bildeten ein Spalier von der Anlegestelle zu den wartenden Automobilen.[1]
Nachdem die Schiffe unter den Klängen der Nationalhymne, gespielt von der Kapelle der Marine, am Kai festgemacht hatten, ergriff Direktor Ivar Lindfors im Namen der Stadtverordnetenversammlung das Wort.[1][2] Er hieß die Gäste herzlich willkommen und betonte, dass Finnland als unabhängige Nation jeden seiner Söhne und Töchter für den Aufbau des Landes benötige.[2] Dem Hufvudstadsbladet zufolge antwortete Redakteur Syrjäniemi im Namen der Ankömmlinge und schilderte die tiefen Gefühle der Emigranten bei der Rückkehr.[2] Er äußerte die Hoffnung, dieser Besuch möge die Bande zwischen dem Heimatland und den Finnen in der Ferne weiter festigen.[2] Wegen der erheblichen Verspätung musste das weitere Festprogramm für den Abend entfallen.[2]