Die Regierung von Britisch-Indien hat, mit Zustimmung des zuständigen Staatssekretärs in London, einen weitreichenden Beschluss zur Drogenpolitik gefasst.[1] Wie das Indien-Amt offiziell bekannt gab, wird der Export von Opium für nichtmedizinische Zwecke innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren schrittweise und vollständig eingestellt.[1][2]

Dem Plan zufolge, über den der Hong Kong Telegraph ausführlich berichtet, soll die Ausfuhr ab dem kommenden Jahr 1927 jährlich um zehn Prozent verringert werden.[1] Die letzte Lieferung wird demnach im Jahre 1935 stattfinden. Damit endet eine jahrhundertealte Handelspraxis.[1][2] Während dieser Übergangszeit wird der Export zudem neu geordnet: Die Verkäufe sollen ausschließlich im direkten Verkehr mit den Regierungen der importierenden Länder erfolgen.[1][2] Eine erste Maßnahme in diese Richtung wurde bereits umgesetzt. Die öffentlichen Opium-Auktionen in Kalkutta sind seit dem 7. April dieses Jahres endgültig eingestellt.[1]

Die nun festgelegte Politik war bereits im Frühjahr im britischen Unterhaus angekündigt worden.[1] Der Unterstaatssekretär für Indien, der Earl of Winterton, hatte am 8. März erklärt, dass die Regierung Indiens eine entsprechende Vorlage zur Billigung durch die Legislative vorbereite.[1] Damals war die genaue Frist für die Einstellung noch unbestimmt, da unter anderem die Lage der Opium-Anbauer berücksichtigt werden musste.[1] Der indische Staatsrat sowie die Gesetzgebende Versammlung haben den neuen Kurs der Regierung schließlich am 16. beziehungsweise 18. März gebilligt.[1]