Eine schreckliche Eisenbahnkatastrophe, die nach bisherigen Meldungen mindestens 15 Menschenleben gefordert hat, ereignete sich in der vergangenen Nacht auf der Hauptstrecke der Pennsylvania-Eisenbahn.[1] Fünfzig Meilen östlich von Pittsburgh, unweit der Ortschaft Gray, fuhr der „Cincinnati Limited“ mit voller Geschwindigkeit in das Ende des vor ihm haltenden Washington-Expresszuges.[1][2]

Der Unfall trug sich um 23:45 Uhr zu.[1] Der Washington-Express, Zug Nr. 50, war wegen einer gerissenen Luftdruckleitung zum Stehen gekommen.[1] Dem Flaggschaffner zufolge seien vorschriftsmäßig Leuchtfackeln zur Warnung nachfolgender Züge entzündet worden.[1] Dennoch raste etwa zehn Minuten später der von zwei Lokomotiven gezogene „Cincinnati Limited“, Zug Nr. 40, heran und prallte mit furchtbarer Wucht auf die letzten Wagen des stehenden Zuges.[1]

Die Zerstörungen sind verheerend. Die beiden Lokomotiven des auffahrenden Zuges entgleisten und stürzten um, während der unmittelbar folgende Klubwagen und vier weitere Schlafwagen aus den Schienen gerissen wurden.[1] Die drei letzten Wagen des Washington-Express wurden ineinandergeschoben und zertrümmert.[1] Trümmer und verbogenes Metall blockierten alle vier Gleise der Strecke vollständig.[1] Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft forderte das Unglück 15 Todesopfer, darunter vier Mitglieder des Zugpersonals und elf Passagiere.[1] Das Berliner Tageblatt spricht in einer ersten Meldung von 18 Toten.[2] Ein Dutzend weiterer Personen erlitt schwerste Verletzungen. Die Zahl der Leichtverletzten ist noch unübersichtlich.[1][3]

Unmittelbar nach dem Zusammenstoß spielten sich erschütternde Szenen ab. Überlebende Passagiere und Zugpersonal bemühten sich in der Dunkelheit, den in den Wracks Eingeklemmten zu helfen.[1] Die Schreie der Sterbenden und die Rufe der Verletzten erfüllten die Nacht.[1] Die Rettungsarbeiten wurden durch die Finsternis erheblich erschwert, da zunächst nur Laternen der Eisenbahner zur Verfügung standen.[1] Erst im Morgengrauen, als Hilfszüge mit Ärzten und Sanitätern aus Pittsburgh und Altoona eintrafen, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar.[1] Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser, vor allem nach Latrobe, gebracht.[3]

Unter den Toten befinden sich die beiden Lokomotivführer und ein Heizer des „Cincinnati Limited“.[1][3] Die Opfer unter den Passagieren saßen zumeist im Klubwagen des auffahrenden Zuges sowie im letzten Schlafwagen des Washington-Express.[1] Eine Überlebende berichtete, dass in ihrem Wagen bis auf sie selbst, ihre Enkeltochter und zwei oder drei weitere Personen alle Insassen getötet oder verletzt wurden.[1] Die Verkehrsbehörde der Bundesregierung hat eine Untersuchung der Signalanlagen eingeleitet, um die Ursache des Unglücks restlos aufzuklären.[1]