Der seit Wochen andauernde Pilgerzug von Frauen aus ganz England fand am Sonnabend seinen Abschluss in einer gewaltigen Kundgebung im Londoner Hydepark.[1] Tausende Frauen hatten sich an der Demonstration beteiligt, die unter den Losungen Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Entwaffnung stand.[1] Die Schätzungen über die Zahl der Teilnehmerinnen gehen auseinander; die Kölnische Zeitung spricht von 8000 Frauen, während Le Figaro von rund 10.000 berichtet.[2][3]

Viele der Teilnehmerinnen waren aus ganz England und Schottland zu Fuß nach London gekommen.[3] Nach Angaben der Washington Post legte eine Frau aus Yorkshire eine Strecke von 200 Meilen zurück. Eine andere marschierte die gesamte Distanz von Aberdeen bis in die Hauptstadt.[4] Die soziale Zusammensetzung der Demonstrierenden war bemerkenswert vielfältig: Neben den Gattinnen von Bergarbeitern aus dem Rhonddatal waren Akademikerinnen, Geschäftsfrauen und Damen der Gesellschaft vertreten.[4]

Die eigentliche Kundgebung verteilte sich auf 22 Tribünen. Dort sprachen Vertreterinnen zahlreicher Frauenorganisationen, Abgeordnete der Arbeiterpartei sowie Lord Parmoor.[1] Mit großer Begeisterung wurde eine Entschließung angenommen.[4] In dieser wird die britische Regierung aufgefordert, sich an die Spitze der internationalen Entwaffnungsbewegung zu stellen und alle zwischenstaatlichen Streitigkeiten durch Schiedsgerichte beilegen zu lassen.[1][2] Laut Le Figaro verlangt die Resolution zudem, dass Großbritannien bei der bevorstehenden Abrüstungskonferenz in Genf die Führung übernehmen soll.[2]