Zu schweren Ausschreitungen ist es am Dienstagabend im Anschluss an eine politische Versammlung in Spandau gekommen.[1][2] Nach dem Ende einer deutschnationalen Veranstaltung im Restaurant „Markthalle“ in der Pichelsdorfer Straße entwickelten sich gewalttätige Zusammenstöße. Diese machten den Einsatz eines starken Polizeiaufgebots erforderlich.[1]
Den Berichten zufolge war die Lage bereits während der Versammlung äußerst angespannt.[1] Gegen 23 Uhr, als ein linksgerichteter Politiker das Wort ergriff, zog ein junger Mann, der der Hitler-Bewegung zugerechnet wird, einen Revolver und feuerte mehrere Schüsse auf den Redner ab.[1] Dieser wurde dabei leicht am Arm verletzt.[1] Die Versammlung wurde daraufhin umgehend aufgelöst.[1] Wie das Hamburger Echo meldet, war dieser Vorfall der unmittelbare Anlass für große Menschenansammlungen vor dem Versammlungslokal.[2]
Schon während der Veranstaltung hatten sich vor dem Lokal Hunderte von Spandauer Arbeitern versammelt. Sie begegneten den Teilnehmern der deutschnationalen Zusammenkunft mit einer erregten Haltung.[1] Laut dem Vorwärts durchstreiften mehrere Trupps von Nationalsozialisten die umliegenden Straßen und suchten die Menge durch Provokationen herauszufordern.[1] Aus einem dieser Trupps seien plötzlich zwei Schüsse abgegeben worden; dies steigerte die Erregung der Anwesenden weiter.[1] Der Schütze konnte von der Menge gefasst werden. Sein Revolver sowie 23 scharfe Patronen wurden ihm abgenommen und der Polizei übergeben.[1]
Nach dem offiziellen Ende der Versammlung kam es zu erneuten Handgreiflichkeiten zwischen den gegnerischen Gruppen.[1] Dabei sollen Nationalsozialisten mehrere Waffen entwendet worden sein.[1] Die herbeigerufene Polizei hatte Mühe, die Ruhe wiederherzustellen.[1] Bei den Zusammenstößen gab es mehrere Verletzte.[2] Nach Angaben des Vorwärts wurde auch eine 62-jährige Frau von einem Polizeibeamten auf dem Bürgersteig umgeritten und hierbei erheblich verletzt.[1]
In einer amtlichen Mitteilung der Polizei heißt es, es sei zu Zusammenstößen zwischen Rechts- und Linksradikalen gekommen.[1] Ein starkes Polizeiaufgebot begleitete die in einem geschlossenen Zug abmarschierenden Versammlungsteilnehmer bis zum Spandauer Bock, um sie vor weiteren Angriffen zu schützen.[1] Insgesamt wurden sieben Personen festgenommen und dem Polizeipräsidium zugeführt.[1] Eine verletzte Person musste zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.[1]