Wie aus Kairo gemeldet wird, ist es bei Mekka zu einem schweren und blutigen Zwischenfall gekommen.[1] Betroffen war der alljährliche ägyptische Pilgerzug, der den Heiligen Teppich von Kairo in die heilige Stadt begleitet. Die ägyptischen Truppen, welche den Zug schützten, gerieten in einen gewaltsamen Konflikt mit Anhängern der Wahhabiten.[1]

Über den genauen Hergang des Vorfalls bestehen unterschiedliche Darstellungen. Laut einer Mitteilung der arabischen Gesandtschaft, veröffentlicht im Kairoer Blatt El Mokattam, sollen sich einige Personen an der von den Ägyptern gespielten Musik gestört haben und versucht haben, das Musizieren zu unterbinden.[2] Der Kommandeur der ägyptischen Eskorte berichtet dagegen, der Pilgerzug sei von den Wahhabiten zunächst mit Steinen beworfen und schließlich sogar beschossen worden.[1] Daraufhin habe er den Befehl zum Gegenfeuer erteilt.[1]

Bei der anschließenden Schießerei wurden nach übereinstimmenden Berichten 25 Menschen getötet.[2][1] Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.[1] Dem persönlichen und entschlossenen Eingreifen des Sultans Ibn Saud ist es offenbar zu verdanken, dass die Auseinandersetzung nicht noch weiter ausgedehnt wurde.[1] Er soll Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung entsandt und sich selbst vor Ort begeben haben.[2] Berichten zufolge erklärte Ibn Saud: „Der Teppich ist eine heilige Sache und darf nicht angegriffen werden.“[2] Anschließend konnte die Prozession, nunmehr von Truppen des Sultans begleitet, ihren Weg fortsetzen.[2]

Infolge des Zwischenfalls findet nun ein diplomatischer Austausch zwischen Ibn Saud und der ägyptischen Regierung statt.[1] Ungeachtet des Vorfalls hat die Regierung in Kairo dennoch beschlossen, die Einladung des Sultans zur Teilnahme am Islamischen Kongress in Mekka anzunehmen.[1] Es ist vorgesehen, dass zwei ägyptische Delegierte in den nächsten Tagen dorthin abreisen werden.[1]