Eine nächtliche Haussuchung auf dem Fabrikgelände der Firma Gebrüder Stollwerck A.-G. in Köln sorgt für erhebliche politische Unruhe.[1] Wie bekannt wurde, drangen in der Nacht vom 17. zum 18. Juni gegen 23 Uhr mehrere uniformierte und zivile Polizeibeamte in das Anwesen ein, um nach Waffen zu suchen.[1] Die Durchsuchung, die ohne richterlichen Befehl oder Kenntnis der Staatsanwaltschaft stattfand, blieb ohne Ergebnis.[1]

Auslöser der Aktion war nach bisherigen Erkenntnissen lediglich eine Anzeige der Kommunistischen Partei, wonach Waggons mit Waffen auf das Werksgelände gebracht worden seien.[1] Dem Vernehmen nach zweifelte die Polizei selbst an der Stichhaltigkeit der Denunziation. Sie ordnete die Maßnahme jedoch trotzdem an, da sie, so heißt es, „auf Drängen der Linken doch auch einmal gegen rechts etwas unternehmen müsse“.[1]

Der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Heimann hat nun, unterstützt von seiner Fraktion, eine Kleine Anfrage im Preußischen Landtag eingebracht.[1] Darin wird das Staatsministerium gefragt, ob es das Vorgehen billige und ob eine Untersuchung gegen die verantwortlichen Beamten eingeleitet werde.[1] Ferner wird Aufklärung darüber verlangt, welche Vorkehrungen die Regierung zu treffen gedenkt, um die verfassungsmäßigen Rechte der Bürger vor derartigen Übergriffen zu schützen.[1]