Wie aus Laibach gemeldet wird, kam es dort am gestrigen Tage zu schweren, blutigen Ausschreitungen.[1][2] Anlass der Unruhen war der Protest gegen die Annahme der südslawisch-italienischen Wirtschafts- und Rechtskonventionen durch die Belgrader Skupschtina. Diese stießen insbesondere in Slowenien und Kroatien auf heftigen Widerstand.[1]
Die Kundgebungen nahmen ihren Ausgang nach einer Fahnenweihe, die der Nationalistische Jugendbund veranstaltet hatte.[2] Im Anschluss formierte sich ein Demonstrationszug, der vor das italienische Konsulat ziehen wollte, um dort seinem Unmut Ausdruck zu verleihen.[1][2] Die Polizei hatte jedoch vorsorglich den Weg zum Konsulat abgesperrt. Daraufhin versuchten die Demonstranten, die Absperrung gewaltsam zu durchbrechen.[2]
Es kam zu einem heftigen Handgemenge zwischen den nationalistischen Jugendlichen und den Sicherheitskräften.[2] Aus den Reihen der Menge wurde schließlich das Feuer auf die Beamten eröffnet.[1] Nach amtlicher Darstellung schossen einzelne Demonstranten mit Revolvern, woraufhin die Polizei den Feuerbefehl erhielt und das Feuer erwiderte.[2] Bei dem Schusswechsel wurde Inspektor Grdenitsch, der die Polizei befehligte, durch einen schweren Bauchschuss lebensgefährlich verletzt.[1] Mehrere weitere Polizisten erlitten ebenfalls schwere Verwundungen.[1][3] Nach offiziellen Angaben gab es aufseiten der Demonstranten drei Verwundete.[2] Eine genaue Zahl der Verletzten ließ sich jedoch nicht ermitteln, da viele von ihren Kameraden fortgebracht wurden.[1][2] Mitten im Gedränge erlitt zudem eine ältere Frau, die zufällig anwesend war, einen Schlaganfall und verstarb auf der Stelle.[2]
Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor.[2] Die Vorfälle haben in der Stadt eine außergewöhnliche Erregung hervorgerufen.[1] Nach Berichten des Pariser *Figaro* kam es zu ähnlichen antiitalienischen Kundgebungen auch in anderen Städten des Landes, namentlich in Split und Sarajevo.[3]