General Chang Kai-shek (Chiang Kai-shek) hat den letzten formellen Schritt vollzogen, der ihm die oberste diktatorische Gewalt in Südchina sichert.[1] Wie die China Mail aus Kanton berichtet, hat ihm die Zentrale der Kuomintang als Oberbefehlshaber der Streitkräfte nun außerordentliche Vollmachten verliehen.[1] Dieser Beschluss wurde angesichts des bestehenden Kriegszustands gegen die Verbündeten des Marschalls Wu Pei-fu (Wu Peifu) gefasst.[1]

Die übertragenen Befugnisse sind von weitreichender Natur. Dem General steht fortan ein oberstes Veto- und Initiativrecht über sämtliche Abteilungen der Regierung zu.[1] Die einzige Ausnahme bildet die Zentrale der Kuomintang selbst, welche formal ihre Unabhängigkeit bewahrt.[1] In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass künftig jede Regierungsstelle und jeder Beamte vor der Ausübung seiner Amtshandlungen die Zustimmung Chang Kai-sheks oder der Offiziere seines militärischen Hauptquartiers einholen muss.[1]

Mit dieser Machtkonzentration wird die zivile Verwaltung vollständig der militärischen Führung unterstellt.[1] Der General, den die englische Presse bereits als ‚Kantoner Mussolini‘ bezeichnet, regiert damit faktisch als Diktator.[1] Nach Berichten der China Mail hat er sein Hauptquartier in den Zementwerken eingerichtet. Von dort aus lenkt er nun die Regierungsgeschäfte.[1]