Ein beunruhigender Plan der rumänischen Regierung sorgt in politischen Kreisen für erhebliche Unruhe. Wie das Organ der Nationalpartei, die Zeitung Romania, berichtet, beabsichtigt Innenminister Goga, dem Parlament bereits zur Herbsttagung einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Dieser hätte weitreichende Folgen für das akademische Leben des Landes.[1] Nach dem Entwurf soll jeder Student rumänischer Universitäten mit dem Tag seiner Immatrikulation als Angehöriger der Armee gelten und den Militärbehörden unterstellt werden.[1]

Die Ausbildung der Studenten durch militärische Instruktoren soll sich über die gesamte Studienzeit erstrecken.[1] Die Meldung der Romania wird von dem Blatt Lupta bestätigt. Lupta macht aus ihrer Besorgnis keinen Hehl. Mit diesem Vorhaben, so schreibt die Zeitung, werde eine „faschistische Armee von mehreren zehntausend Intellektuellen“ für alle denkbaren Fälle geschaffen.[1] Lupta wirft weiterhin die Frage auf, ob die Regierung womöglich einen Staatsstreich plane und sich dafür der Hilfe der Jugend versichern wolle.[1]

Die demokratische Presse hofft, die Studentenschaft selbst werde sich einem solchen Plan widersetzen.[1] Beobachter in Bukarest halten diese Voraussage jedoch für zweifelhaft. Die rumänischen Universitäten sind, ähnlich wie in anderen Ländern, vielfach ein Herd des nationalistischen Chauvinismus.[1] Daher wird vermutet, dass ein derartiges Vorhaben in studentischen Kreisen eher auf begeisterte Zustimmung als auf entschiedene Ablehnung stoßen dürfte.[1]