Über das Schicksal des Führers der Rifkabylen, Abd el Krim, scheint nun eine Entscheidung bevorzustehen. Wie aus Pariser Regierungskreisen verlautet, ist eine endgültige Verfügung über den zukünftigen Aufenthaltsort des Mannes, der Frankreich und Spanien über Jahre in einen aufreibenden Kolonialkrieg verwickelte, zwar noch nicht erlassen worden. Dennoch deuten alle Anzeichen auf eine bestimmte Richtung hin.[1] Die französische Regierung beabsichtigt, Abd el Krim außer Landes zu schaffen, um jede Möglichkeit einer erneuten Unruhestiftung in Marokko im Keim zu ersticken.

Dem Pariser Figaro zufolge soll Abd el Krim gemeinsam mit seinem Onkel in eine der afrikanischen Kolonien Frankreichs deportiert werden.[1] Als mögliche Orte der Verbannung werden Madagaskar, der Senegal oder der französische Sudan genannt.[1] Es heißt, er werde dort den Status eines Kriegsgefangenen erhalten und entsprechend behandelt werden.[1] Durch diese Maßnahme würde die französische Kolonialverwaltung einen Schlussstrich unter den langwierigen und kostspieligen Rifkrieg ziehen. Dieser fand erst mit der Kapitulation Abd el Krims im Mai dieses Jahres sein Ende.

Die Entscheidung, den Rebellenführer an einen entlegenen Ort des französischen Kolonialreiches zu verbannen, dürfte vor allem der Sorge entspringen, dass seine Anwesenheit in Nordafrika — selbst in Gefangenschaft — ein beständiger Anreiz für neue Aufstände sein könnte. Die Deportation soll seine vollständige politische Isolierung sicherstellen und damit die französische Herrschaft in der Region festigen. Eine offizielle Bestätigung des Verbannungsortes und der genauen Modalitäten steht jedoch noch aus.[1]