Die Lage im französischen Mandatsgebiet Syrien bleibt angespannt. Dem Pariser Temps zufolge wurde am 5. Juli im Nordlibanon eine größere Unternehmung gegen Rebellen am Dschebel Akroun eingeleitet.[1] Alle dem Detachement gesteckten Ziele wurden im Laufe des Tages erreicht, obwohl der Gegner im schwer begehbaren und defensiv ausgebauten Gelände erheblichen Widerstand leistete.[1] Die Rebellen erlitten nach diesen Angaben schwere Verluste und ließen mehrere Tote zurück.[1]
Parallel dazu meldete Damaskus eine Polizeiaktion in Mezze, wo die Einwohner der Zusammenarbeit mit bewaffneten Banden verdächtigt worden waren. Mehrere Personen wurden verhaftet, drei bewaffnete Rebellen gefangen genommen.[1] Bis zum 5. Juli seien überdies 900 Gewehre und 44.000 Patronen im Depot von Suaida abgeliefert worden.[1]
Dennoch scheint die Unterwerfung der aufständischen Kräfte noch nicht vollständig abgeschlossen zu sein. Unser Jerusalemer Korrespondent berichtet, dass die Drusen seit einiger Zeit lebhafte Tätigkeit in der Gegend der syrisch-palästinensischen Grenze entfalten.[2] Zwischen Tel-ed-Kadi und Banias sammeln sich starke Banden; früher nach Palästina geflohene Aufständische kehren zurück, soweit sie waffenfähig sind, und schließen sich den Verbänden an.[2] Die Banden sind nach Berichten der palästinensischen Grenzgendarmerie gut bewaffnet, reichlich mit Proviant und Munition versorgt und verfügen auch über Maschinengewehre sowie Sanitätsmaterial.[2]
Nach dem Sieg der Regierungstruppen bei Medschdel Schams sollen die Rebellen in der Gegend des südlichen Hermon neuen Mut gefasst haben.[2] Ihr erklärtes Ziel sei es, die Brücken und das Tal des Litani zu besetzen, um damit die Verbindung zwischen Beirut und dem südlichen Libanon zu unterbrechen und die dortigen Bewohner zur Anerkennung einer provisorischen Rebellenregierung zu zwingen.[2] In den christlichen Ortschaften herrscht große Besorgnis; die Einwohner halten nachts Wache und haben die französischen Behörden um militärischen Schutz gebeten.[2] Die Franzosen kamen dieser Bitte nach, stationierten Truppen in der Nachbarschaft, legten Schützengräben an und überwachen die Bewegungen der Rebellen regelmäßig durch Aufklärungsflüge.[2]