Im britischen Unterhaus hat der Schatzkanzler Winston Churchill gestern auf eine Anfrage des konservativen Abgeordneten Sir Frank Nelson geantwortet. Dieser wollte wissen, ob angesichts der jüngsten politischen Veränderungen in Frankreich die britische Regierung bestätigen könne, dass Paris die im April vereinbarte Abschlagszahlung auf die Kriegsschuld leisten werde.[1]
Laut dem Pariser Temps hatte der damalige französische Finanzminister Péret seinerzeit eine Zahlung von 4 Millionen Pfund Sterling für das laufende Haushaltsjahr 1926/27 zugesagt. Sie sollte in zwei Raten erfolgen: 2 Millionen Pfund zum 30. September sowie weitere 2 Millionen zum 31. März des kommenden Jahres.[1] Churchill erklärte, er zweifle nicht daran, dass das von Péret im Namen der französischen Regierung abgegebene Versprechen getreulich erfüllt werde. Wenn ein verantwortlicher Minister einer fremden Regierung eine Zusage mache, bestehe aller Grund zur Annahme, dass sein Nachfolger daran festhalte. Dies sei mit Sicherheit seine Überzeugung.[1]
Daneben berichtet der Temps unter Berufung auf die Chicago Tribune, dass England in der Frage der Zahlungsbedingungen für die französische Schuld gegenüber Großbritannien eine grundsätzliche Entscheidung getroffen habe.[1] Diese Bedingungen umfassten eine Schutzklausel, welche die französischen Zahlungen an die Einnahmen aus dem Dawes-Plan knüpfe, sowie die Verpflichtung, französische Schatzanweisungen nicht auf dem Markt zu platzieren.[1]
Finanzminister Caillaux beabsichtige, nach der Abstimmung der Kammer über seine Erklärungen unverzüglich nach London zu reisen und mit einem fertig ausgehandelten britisch-französischen Abkommen nach Paris zurückzukehren. Er wolle es der Kammer gemeinsam mit dem Schuldenabkommen Mellon-Bérenger vorlegen.[1]