Bei den Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Fahnenjubiläum des Krieger- und Veteranenvereins Germersheim sind schwerwiegende Übergriffe französischer Besatzungssoldaten vorgekommen.[1] Wie die Badische Presse aus Berlin meldet, ist die Reichsregierung gegenwärtig damit beschäftigt, das gesamte Material über den Zwischenfall zusammenzutragen.[2] Ein abschließender Bericht liegt dem Auswärtigen Amt noch nicht vor. Doch steht bereits fest, dass die Reichsregierung einen energischen Protest wegen der Übergriffe der französischen Besatzungstruppen nach Paris richten wird.[2]

Die Vorgänge selbst sind nach den bisher vorliegenden Berichten von erheblicher Schwere. Französische Soldaten haben das bayerische Wappen sowie das Germersheimer Stadtwappen von Gebäuden herabgerissen.[1] Darüber hinaus wurden bei einem Massenzug nicht weniger als 27 Fahnen in den bayerischen Landesfarben entfernt.[1] Den schwersten Eingriff bedeutete jedoch das Herabreißen der offiziellen deutschen Reichsflagge. Sie wehte auf dem Gebäude der Reichsvermögensverwaltung.[1] Der Bezirkskriegertag war anlässlich des Vereinsjubiläums veranstaltet worden und bildete den Rahmen für diese Ausschreitungen.[1]

Die Reichsregierung dürfte ihren Protest in Kürze auf diplomatischem Wege übermitteln, sobald der vollständige Bericht des Auswärtigen Amts vorliegt.[2]