Die Spannung an der bulgarisch-rumänischen Grenze in der Dobrudscha hat sich in den vergangenen Tagen erheblich verschärft. Nach Meldungen der Agentur Orient-Radio ereignete sich jüngst bei dem Dorf Satul-Vechiu ein schwerer Zwischenfall: Bulgarische Komitadschis überschritten die Grenze, wobei der Führer des dortigen rumänischen Militärpostens getötet wurde.[1] Eine Eskorte, die die von rumänischen Truppen festgenommenen Komitadschis abführte, wurde sodann von weiteren, aus Bulgarien eingedrungenen Freischärlern angegriffen. Der Kampf spielte sich auf rumänischem Gebiet ab; auf beiden Seiten gab es mehrere Tote und Verwundete.[1][2]
Die Vorfälle bei Satul-Vechiu stehen offenbar nicht allein. Der Westfälische Merkur berichtet, dass sich Grenzüberschreitungen bulgarischer Komitadschis in den letzten Tagen mehrfach wiederholt hätten und es an verschiedenen Stellen der Grenze zu schweren Feuergefechten gekommen sei.[3] Von rumänischer Seite wird versichert, dass die Kämpfe sich stets auf rumänischem Gebiet abgespielt hätten und Bulgarien in jedem Fall der Angreifer sei.[3]
Unterdessen ist die Behauptung, wonach rumänische Zollwachen ihrerseits einen bulgarischen Grenzposten angegriffen hätten, Gegenstand einer amtlichen Untersuchung. Die ersten Feststellungen widersprechen dieser Darstellung.[1] Auch der Pariser Figaro hebt hervor, dass die Agentur Rador die gegenteiligen Informationen ausdrücklich für unbestätigt erklärt.[2]