Die Verhandlungen zur Beilegung des weitreichenden antibritischen Boykotts sowie der damit verbundenen Streitfragen zwischen Kanton und Hongkong haben am Mittag des 16. Juli im kantonesischen Außenministerium offiziell begonnen.[1]

Ein von der chinesischen und der britischen Delegation gemeinsam herausgegebenes Kommuniqué bestätigt den formellen Auftakt der Gespräche.[1][2] Zur Eröffnungssitzung erschienen sämtliche Mitglieder beider Delegationen.[1] Dies unterstreicht den Ernst, mit dem die Parteien eine Lösung der langanhaltenden Handelskrise anstreben.

Die chinesische Abordnung wird von Eugen Chen (Eugene Chen), dem amtierenden Außenminister der Regierung in Südchina, geleitet.[1] Wie der Hong Kong Telegraph meldet, eröffnete Chen die Zusammenkunft mit einer vorbereiteten Ansprache.[1] Er hieß die britischen Vertreter im Namen seiner Behörde willkommen.[1][2] Chens Worte verdeutlichten den dringenden Wunsch, die zerrütteten Wirtschaftsbeziehungen pragmatisch neu zu ordnen.

Nach Angaben der China Mail betonte der Minister den Willen seiner Auftraggeber, sich der komplexen Streitfrage mit Realismus zu nähern.[2] Man sei entschlossen, eine tragfähige Einigung zu erzielen.[1] Diese Lösung solle auf einer Grundlage ruhen, die britischen Staatsangehörigen im Gebiet von Liangkuang (Guangdong und Guangxi) auch in Zukunft einen zuverlässigen Markt für ihre Waren und Dienstleistungen sichert.[1] Im Gegenzug erwartet die chinesische Seite jedoch, dass ihr Volk durch die derzeitigen Verhandlungsführer gleichberechtigt vertreten werde.[1] Das Kommuniqué zeigt an, dass nun die Phase der inhaltlichen Kompromissfindung begonnen hat. Von ihr hängt die wirtschaftliche Zukunft der Kronkolonie und des südchinesischen Festlandes ab.[1]