Die schwelenden konfessionellen Spannungen auf dem indischen Subkontinent haben sich in den vergangenen Tagen erneut in offener Gewalt entladen. Wie die Kölnische Zeitung unter Berufung auf ein Sonderkabel der United Press meldet, konnte eine großflächige Ausweitung der jüngsten religiösen Unruhen vorerst nur durch ein hartes Eingreifen der Sicherheitskräfte unterbunden werden.[1] Starke Polizeiposten und ein scharfer Patrouillendienst in den Straßen sorgten dafür, dass es zuletzt lediglich noch zu unbedeutenden Zusammenstößen kam.[1]
Trotzdem bleibt die öffentliche Ordnung äußerst fragil. Nach den neuesten amtlichen Feststellungen forderten die bisherigen Unruhen einen schweren Blutzoll: Bislang sind 11 Personen getötet und 110 verwundet worden.[1] Die britischen Kolonialbehörden befürchten nun eine erneute Zuspitzung der Lage, wenn am kommenden Dienstag die Trauerfeierlichkeiten anlässlich des islamischen Moharremfestes stattfinden.[1]
Um weiteres Blutvergießen während der rituellen Prozessionen zu vermeiden, ergriff die Zivilverwaltung einschneidende präventive Maßnahmen. Laut den Berichten verboten die Behörden strikt sämtliche Ansammlungen von mehr als fünf Personen auf offener Straße.[1] Außerdem befindet sich die Polizei in ständiger Alarmbereitschaft, um beim geringsten Anzeichen eines neuen Konflikts zwischen den verfeindeten Glaubensgemeinschaften sofort eingreifen zu können.[1]