Die Londoner Morgenblätter haben die amtliche Ernennung Sir Ronald Lindsays zum künftigen britischen Botschafter in Berlin bestätigt.[1] Er tritt die Nachfolge von Lord d'Abernon an, dessen bereits vor sechs Monaten geplanter Rücktritt aus verschiedenen politischen Erwägungen verschoben worden war.[1] Wie die Times erläutert, wird der gegenwärtige Botschafter erst im Herbst — nach dem erwarteten Eintritt Deutschlands in den Völkerbund — sein Amt in der Reichshauptstadt niederlegen.[1] Diese Verzögerung der Amtsübergabe ermöglichte es Lindsay zugleich, die außerordentlich schwierigen Verhandlungen über den Mossul-Konflikt mit der Türkei erfolgreich zum Abschluss zu bringen.[2][1]
Der 49-jährige Diplomat blickt auf eine beachtliche Laufbahn zurück.[2] Der Bruder von Lord Crawford diente in der Vergangenheit bereits in Washington und war in den Jahren 1920 und 1921 als bevollmächtigter Minister in Paris tätig.[2][1] Zuletzt fungierte er als britischer Vertreter in Angora.[1] Dem Pariser Temps zufolge wird sein dortiger Posten künftig von Sir George Clerk, dem bisherigen Gesandten in Prag, übernommen.[2]