Den ständigen Anspielungen ausländischer Zeitungen auf die Unfreiheit der italienischen Presse tritt das Sprachrohr der Regierung, der Popolo d'Italia, nun entschieden entgegen.[1] Nach Angaben des Berliner Tageblatts beruft sich das Organ darauf, dass in Italien keinerlei Inhaltszensur vor dem Erscheinen der Zeitungen bestehe.[1] Zudem, so das Blatt weiter, würden die Redaktionen bei der Besprechung außenpolitischer und allgemein europäischer Fragen durch keine Vorschriften behindert.[1] Eine Einschränkung ergebe sich lediglich dort, wo Publikationen den Gesetzen über das Prestige und die Sicherheit des Staates zuwiderliefen.[1]
In der jüngsten Zeit — insbesondere während der hitzigen italienisch-schweizerischen Pressekampagne — habe sich die Regierung darüber hinaus nicht mit den Ausführungen einzelner Blätter identifiziert.[1] Aus dem Bericht des Berliner Tageblatts geht jedoch hervor, dass diese rechtfertigenden Erklärungen einer nüchternen Bewertung unterzogen werden.[1] Die theoretischen Behauptungen der faschistischen Presse verändern laut dem Bericht kaum etwas an den tatsächlichen Praktiken der Behörden.[1] In der politischen Wirklichkeit führen die strengen Kontrollmaßnahmen dazu, dass eine freie Meinungsäußerung und jede unabhängige Kritik nahezu unmöglich werden.[1]