Das Wahrzeichen der rheinischen Metropole, der ehrwürdige Kölner Dom, blickt auf eine ungewisse bauliche Zukunft, da seine Erhaltung den Verantwortlichen erhebliche Sorgen bereitet. Wie die Kölnische Zeitung in einem eindringlichen Bericht darlegt, ruhen die dringend erforderlichen Instandsetzungsarbeiten an dem gewaltigen Monumentalbau nun schon seit mehreren Jahren.[1] Der Verfall der wertvollen steinernen Bausubstanz setzt unterdessen immer stärker ein, weshalb rasches Handeln geboten ist.[1]

Ein Blick auf die Vorgeschichte verdeutlicht das Ausmaß der historischen Aufgabe. Bereits bei einer großen, in den Jahren 1903 und 1904 durchgeführten Untersuchung war zweifelsfrei festgestellt worden, dass an der Kathedrale umfangreiche Ausbesserungen und bauliche Ergänzungen vorgenommen werden mussten.[1] Um diese großen Aufgaben zu bewältigen, wurde an der Südseite ein festgefügtes Gerüst errichtet, das den Bürgern als sichtbares Zeichen der anstehenden Sanierung diente.[1] Im Jahre 1910 konnte schließlich mit dem großangelegten Erhaltungswerk begonnen werden.[1]

Der Ausbruch des Weltkrieges hat diese Maßnahmen — Arbeiten, die damals schon als offenkundig notwendig erkannt worden waren — jedoch jäh unterbrochen.[1] Seit jenen Tagen herrscht an der Baustelle ein beklemmender Stillstand.[1] Aus der einstigen Bauhütte floh das Leben; die schweren, bereits herangeschafften Steinblöcke blieben unbehauen auf dem Gelände liegen.[1] Ohne die ständige und fachkundige Pflege der Handwerker griff die Verwitterung unerbittlich um sich.[1] Der Kölnischen Zeitung zufolge wird die Wiederaufnahme der Bautätigkeit derzeit vor allem dadurch verhindert, dass der Bauhütte die finanziellen Mittel fehlen, um die erforderliche Zahl an Steinmetzen für den dauerhaften Erhalt des Bauwerks wieder zu beschäftigen.[1]