Trotz eines ausdrücklichen Verbots der Ortspolizei hielt der Rote Frontkämpferbund am vergangenen Wochenende sein erstes pfälzisches Gautreffen in Speyer ab.[1] Wie die Sächsische Staatszeitung berichtet, beteiligten sich an der Zusammenkunft Abordnungen aus den Gauen Baden, Hessen und dem Saargebiet.[2] Die ohnehin angespannte Lage eskalierte am Sonntag vor dem Bahnhofsgebäude. Dort marschierte ein geschlossener Trupp der Organisation mit entrollten Fahnen auf.[1]
Die Beamten versuchten, den ungenehmigten Umzug aufzulösen, wurden jedoch mit beleidigenden Rufen empfangen.[1] Der Konflikt gipfelte in offener Gewalt, als der Fahnenträger der Demonstranten einem Polizisten mit der Fahnenstange auf den Kopf schlug.[1] Daraufhin schritt die Polizei mit dem Gummiknüppel ein.[1][2] Bei den nachfolgenden heftigen Zusammenstößen erlitten etwa zwanzig Personen Verletzungen, unter ihnen auch unbeteiligte Zivilisten und Schutzleute.[1][2] Den Mitgliedern des Roten Frontkämpferbundes gelang in den meisten Fällen die Flucht, ehe Verhaftungen vorgenommen werden konnten.[2]
Auch in Neunkirchen kam es parallel zu schweren Störungen durch eine sogenannte ‚Antikriegsdemonstration' der Roten Frontkämpfer.[1] Nach Informationen des Berliner Tageblatts richtete sich der Protest gegen den dortigen Verbandstag der Kriegervereine.[1] Für die verschiedenen Kundgebungen waren unterschiedliche Zeiten und Stadtteile festgelegt worden, um Berührungspunkte zu vermeiden. Dennoch zogen die Demonstranten vorzeitig zur Oberstadt.[1] Dort griffen sie — unterstützt von Angehörigen der Freien Gewerkschaften — die sich formierenden Kriegervereine mit Stöcken an.[2]
Unter Schmährufen und Drohungen wurde auf die Verbandsmitglieder eingeschlagen. Dabei zerrissen die Angreifer Schilder und insgesamt fünf Vereinsfahnen.[1][2] Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verwundete, sodass Ärzte und Sanitäter tätig werden mussten.[1] Die Ordnung wurde erst nach längerer Zeit wiederhergestellt. Nachdem der Zug der Kriegervereine den Festplatz erreicht hatte, sperrte ein großes Polizeiaufgebot das Gelände ab.[1][2]