Der diesjährige Grand Prix von Europa auf dem Lasarte-Rundkurs endete mit einem vollkommenen Triumph der französischen Automobilindustrie. Alle sechs gestarteten Fahrzeuge — drei Bugattis und drei Delages — erreichten das Ziel unversehrt.[1] Wie der Pariser Figaro meldet, siegte der Franzose Jules Goux auf einem Bugatti und sicherte sich damit neben 50.000 Peseten Preisgeld auch den begehrten Königspokal.[2][1]

Die Bewährungsprobe für Mensch und Maschine erstreckte sich über eine Gesamtdistanz von 779 Kilometern und 175 Metern, was exakt 45 Runden entsprach.[2][1] Besondere Schwierigkeiten bereitete den Piloten die enorme Hitze. Dem Figaro zufolge erlitten mehrere Fahrer, darunter Morel, Robert Benoist, Bourlier und Wagner, einen leichten Sonnenstich.[1] Sie mussten das Lenkrad zeitweise an Ersatzfahrer übergeben, bevor sie sich nach einer Erholungspause wieder in das Renngeschehen stürzten.[1]

Goux absolvierte die strapaziöse Strecke in einer Zeit von 6 Stunden und 51 Minuten.[2][3] Den zweiten Platz belegte Bourlier auf Delage. Er wurde mit 20.000 Peseten belohnt, während der Bugatti-Pilot Costantini als Dritter die Ziellinie überquerte.[2][1] Nach Berichten des Nieuwe Rotterdamsche Courant lieferten sich die Fahrer im Streckenverlauf ein bemerkenswertes Duell um die Rundenzeiten.[2] Zunächst brach Costantini den Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,405 Stundenkilometern.[2][1] Kurz darauf wurde diese Bestmarke jedoch von Wagner auf Delage überboten, der eine Geschwindigkeit von 131,510 Stundenkilometern erreichte.[2][1]

Die technische Ausstattung der Rennwagen erwies sich bei diesen Geschwindigkeiten als entscheidender Faktor. Sämtliche Konkurrenten nutzten Stoßdämpfer der Marke Hartford, die den Fahrzeugen auf der anspruchsvollen Strecke eine herausragende Straßenlage verliehen.[1] Selbst im fernen Asien fand das Ereignis breite Beachtung; so würdigte die China Mail den Sieg von Goux als herausragende sportliche Leistung.[3] Am Ende bewiesen die Konstruktionen von Ettore Bugatti ihre überlegene Zuverlässigkeit, sodass dieser prestigeträchtige Wettbewerb letztlich zugunsten seiner Marke entschieden wurde.[1]