In einem eindrucksvollen Vortrag hat sich Dr. Hugo Eckener an die Öffentlichkeit gewandt, um für die Fortführung des deutschen Luftschiffbaus zu werben.[1] Der zweite Teil seiner Rede befasste sich ausführlich mit der Amerikafahrt des „ZR 3“ und deren weitreichender Bedeutung für den globalen Reiseverkehr.[1] Wie die Kölnische Zeitung berichtet, betonte Eckener, dass die Werft in Friedrichshafen nicht nur durch ihre technischen Erzeugnisse herausrage, sondern vielmehr ein legitimes „Besitzstück des deutschen Volkes“ sei.[1] Ihr gemeinnütziger Charakter sei steuerlich längst anerkannt, und nun liege es an der Nation, die notwendigen Mittel aufzubringen, um das Erbe des Grafen Zeppelin auszubauen.[1] Eckener zeigte sich zuversichtlich und teilte mit, dass er bereits über die Hälfte der benötigten Gelder gesammelt habe.[1] Ein Volk, das weltpolitisch eine Rolle spielen wolle, müsse zwingend auch in der Luftfahrt eine führende Position einnehmen.[1] Mit Nachdruck erklärte der Luftfahrtpionier, die Spendenbereitschaft sei ein Beweis für den festen Willen, sich weiterhin als „Kulturvolk ersten Ranges“ zu behaupten, denn Deutschland werde nur durch den Glauben an sich selbst seine frühere Geltung zurückerlangen.[1]
Während Eckener für die Zukunft der gigantischen Zeppeline kämpft, nimmt der Ausbau des regulären Flugverkehrs mit Starrflüglern bereits beachtliche Dimensionen an.[2] Nach Angaben der Badischen Presse hat die Deutsche Luft-Hansa im vierten Monat ihres Betriebs das von ihr bespannte Liniennetz von anfangs 39 auf über 50 Strecken erweitert.[2] Davon führen mittlerweile 15 Verbindungen ins Ausland.[2] Mit einer stattlichen Flotte von 120 Maschinen — darunter bewährte Typen wie Junkers, Dornier, Albatros und Fokker — werden tagtäglich mehr als 75 Flughäfen angeflogen.[2] Besonders hervorzuheben ist die Eröffnung einer reinen Seestrecke zwischen Stettin und Stockholm sowie die Einrichtung von fünf Bäderflugstrecken, die Ziele wie Helgoland, Norderney oder Swinemünde bedienen.[2] Um dem wachsenden praktischen Nutzen Rechnung zu tragen, hat die Deutsche Reichspost soeben das Werbeblatt „Luftpost 1926“ veröffentlicht. Es wird in allen Verkehrszentren kostenlos an Firmen und Behörden verteilt und klärt über sämtliche Beförderungstarife auf.[1]
Dass die fliegerische Erschließung jedoch weiterhin riskant bleibt und schwere Opfer fordert, zeigte sich am Wochenende in Sachsen.[3] Laut der Deutschen Allgemeinen Zeitung ereignete sich in Dresden beim Immelmann-Gedächtnisfliegen — dessen Erlöse für die Errichtung eines Ehrenmals bestimmt waren — ein tragischer Zwischenfall.[3] Der bekannte sächsische Kampfflieger und Träger des Ordens Pour le Mérite, Oberleutnant a. D. Kurt Wüsthoff, stürzte nach mehreren gelungenen Kunststücken bei einem erneuten Sturzflug aus einer Höhe von etwa 150 Metern ab.[3] Er wurde aus dem Apparat geschleudert und erlitt dabei schwerste Verletzungen, darunter einen Schädelbruch und Brüche an beiden Beinen.[3][1] Die Maschine wurde vollständig zertrümmert. Nach Angaben der behandelnden Ärzte, auf die sich die Kölnische Zeitung beruft, besteht jedoch Hoffnung, den prominenten Piloten am Leben zu erhalten.[1]