Der Kampf gegen das Alkoholgewerbe hat Vertreter aus sieben nordischen und baltischen Staaten zusammengeführt. Wie das Helsingin Sanomat ausführlich berichtet, wurden am Sonntag im estnischen Dorpat die feierlichen Eröffnungsveranstaltungen des Kongresses des Nordischen Abstinenzverbandes abgehalten.[1] Insgesamt 123 Delegierte nehmen an den Beratungen teil.[1]
Die Tagung begann mit einem Gottesdienst in der Universitätskirche. Der estnische Professor Rahamägi sowie der finnische Geistliche Hurmerinta und sein schwedischer Amtsbruder Östlund hielten Predigten.[1] Im Anschluss hielt der Ehrenpräsident des Kongresses, der estnische Politiker Jaan Tönisson, eine Begrüßungsansprache.[1] Darin betonte er, dass die Vertreter der anwesenden Staaten eine unerschütterliche gemeinsame Front im Kampf gegen den „größten Feind der Menschheit“, den Alkohol, bilden müssten.[1]
Der eigentliche Kongress trat in der festlich geschmückten Aula der Universität zusammen. Die Aula war mit den Nationalfahnen Finnlands, Estlands, Norwegens, Schwedens, Dänemarks und Lettlands dekoriert.[1] Der Vorsitzende des Organisationskomitees, Pöld, hieß die Teilnehmer willkommen und betonte, dass gerade die Zugehörigkeit zur nordischen Staatengemeinschaft das gegenseitige Verständnis in der Abstinenzfrage erleichtere.[1] Ein wesentlicher Beschluss der Auftaktsitzung war die formelle Aufnahme Lettlands in den Nordischen Abstinenzverband.[1] Weitere Grußworte überbrachten unter anderem die Delegierten Kojonen für Finnland, Petersen für Norwegen, Professor Bergman für Schweden sowie Tobias für Island.[1]
Am Montag wurden die sachlichen Beratungen aufgenommen. Der schwedische Professor Berg leitete die Vortragsreihe mit Ausführungen über die Bestrebungen in seinem Heimatland ein.[1] Darauf folgten Referate des Abgeordneten Björkman über die schwedischen Erfahrungen mit lokalen Prohibitionsgesetzen.[1] Bei einem abendlichen Empfang im bekannten Theater „Vanemuine“ bekräftigte der finnische Vertreter Karpio, man habe sich — ebenso wie einst in den Befreiungskämpfen — nun erneut verbündet, um gemeinsam den Feind Alkohol niederzuringen.[1]