Nachdem Seine Majestät Mulai Jussuf (Yusuf), der Sultan von Marokko, vor seiner Abreise aus Metz am Denkmal der Gefallenen einen Kranz niedergelegt und militärischen Übungen unter der Leitung von General de Lardemelle beigewohnt hatte, traf er am späten Nachmittag in Straßburg ein.[1] Wie der Pariser Temps berichtet, fuhr der hohe Gast mit seinem Großwesir El Mokri (Muhammad al-Muqri) in einem Sonderzug um 16.45 Uhr in die elsässische Metropole ein.[1] Auf dem Bahnhof wurde er von Präfekt Borromée sowie zivilen und militärischen Würdenträgern empfangen, woraufhin ihm in der Präfektur junge Elsässerinnen in Nationaltracht Blumen überreichten.[1]

Am darauffolgenden Morgen begab sich der Monarch in das Rathaus, wo Bürgermeister Peirotes ihn willkommen hieß.[2] Als Andenken an seinen Besuch in der Stadt überreichte Peirotes dem Sultan ein Gemälde des Straßburger Münsters sowie eine Erinnerungsmedaille.[2] Nach einer Visite im Palais de Rohan betrat Mulai Jussuf das Straßburger Münster — ein bemerkenswerter Moment, da er laut dem Figaro damit zum ersten Mal überhaupt ein christliches Gotteshaus von innen besichtigte.[2] Im Namen des Straßburger Bischofs Ruch entbot ihm dort der Erzpriester die Willkommensgrüße der Diözese und wünschte der marokkanischen Bevölkerung Wohlstand und eine baldige Ära des Friedens.[2]

Der Sultan antwortete, er betrete den Tempel erhobenen Hauptes, da er wisse, dass man hier für die Brüderlichkeit der Völker und den Frieden arbeite.[2] Dem Figaro zufolge zeigte der Monarch auch lebhaftes Interesse an der berühmten astronomischen Uhr des Münsters.[2] Nach einem privaten Dejeuner und einer ausgedehnten Automobilrundfahrt durch die Stadt fand am frühen Abend ein glänzender Empfang in der Präfektur statt.[2] Nach Angaben der spanischen Zeitung El Sol wird der marokkanische Herrscher seine Reise durch das Elsass demnächst nach Mülhausen und Belfort fortsetzen, ehe er nach Paris zurückkehrt.[3]