Die Nachwehen des jüngsten Volksentscheids über die Fürstenenteignung beschäftigen weiterhin die innenpolitische Öffentlichkeit, nachdem sich der Pulverdampf der erbittert geführten Kampagne allmählich verzogen hat. Wie der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei im Vorwärts offiziell bekannt gibt, hat die umfangreiche Agitation für den Volksentscheid die Parteikasse massiv belastet.[1] Die Gesamtkosten der politischen Mobilisierung beziffern sich nach diesen Angaben auf exakt 2 042 055,91 Mark.[1]

Dieser erhebliche finanzielle Aufwand für einen Urnengang, der am Boykott der bürgerlichen Parteien und an der Verfassungshürde scheiterte, ruft im politischen gegnerischen Lager scharfe Kommentare hervor. Das Harburger Tageblatt bewertet die millionenschwere Ausgabenlast der SPD in einer polemischen Replik als Gelder, die von der Sozialdemokratie für eine blanke „Volksverhetzung“ aufgewendet worden seien.[1]

Die veröffentlichte Summe verdeutlicht, mit welchem finanziellen Einsatz die sozialdemokratische Kampagne in den vergangenen Monaten an die Wählerschaft herangetragen wurde. Der Kassensturz zeigt jedoch, dass enorme Parteigelder für eine Initiative eingesetzt wurden, die nicht das gewünschte gesetzgeberische Ziel erreichte. Die finanzielle Abrechnung der Sozialdemokratie dürfte in den kommenden Tagen weiteren Stoff für die Auseinandersetzungen zwischen der politischen Rechten und Linken liefern, da die siegreichen Gegner der Enteignung in der Veröffentlichung der Zahlen einen willkommenen Anlass zur nachträglichen Kritik sehen.