Ein vorbereitendes Komitee zur Gründung eines „Europäischen Zollvereins“ hat sich mit einem feierlichen Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt.[1] Ziel dieser neu formierten Vereinigung ist es, die zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen auf dem Kontinent zu befrieden und dauerhaft neu zu ordnen.[1]
Wie die Kölnische Zeitung meldet, strebt der Ausschuss als ersten konkreten Schritt die Sammlung und planmäßige Organisation all jener Bestrebungen an, die auf eine Erweiterung und Vereinheitlichung der europäischen Einzelwirtschaftsgebiete gerichtet sind.[1] Das Vorhaben soll ausdrücklich als ein von jeder Politik freies Sammelbecken dienen.[1] Der Zusammenschluss baut auf rein wirtschaftlicher Grundlage auf und vertraut auf die tatkräftige Mitarbeit aller Gleichgesinnten, die eine rasche Überwindung der gegenwärtigen Zollschranken herbeisehnen.[1]
Die Liste der Unterzeichner, welche den vorbereitenden Ausschuss bilden, zeugt von der beachtlichen internationalen Resonanz, die diese Initiative bereits erfahren hat.[1] Aus Frankreich unterschrieb Professor Sares Gide (Charles Gide) vom renommierten Collège de France in Paris.[1] Die angelsächsische Welt ist durch den Londoner Publizisten Norman Angell sowie einen Vertreter der Yale-Universität in New Haven vertreten.[1] Aus der Schweiz schloss sich Professor Dr. Eduard Millet aus Bern an.[1] Ferner finden sich die Namen des ehemaligen niederländischen Finanzministers Dr. Anton van Gisn (Anton van Gijn) aus dem Haag sowie des früheren ungarischen Staatssekretärs Dr. Elemer Hantos (Elemér Hantos) aus Budapest.[1] Die deutsche Wissenschaft und Publizistik ist im Komitee unter anderem durch Dr. Edgar Stern-Rubarth aus Berlin-Zehlendorf, Dr. Moritz Eljas (Moritz Elsas) aus Frankfurt am Main und Professor Dr. Ludwig Stein aus Berlin vertreten.[1] Auch der Budapester Sachverständige Ernoe Bleier (Ernő Bleier) gehört zu den Erstunterzeichnern des europäischen Aufrufs.[1]