Die polnischen Behörden setzen ihr Vorgehen gegen reichsdeutschen Grundbesitz in den abgetretenen Gebieten unvermindert fort. Wie der Westfälische Merkur berichtet, sind abermals umfangreiche Ländereien von neuen Enteignungsmaßnahmen betroffen.[1] Besonders betroffen ist diesmal der ausgedehnte Grundbesitz des Fürsten Alfred von Thurn und Taxis.[1]

Das Posener Liquidationskomitee hat verfügt, dass die in den Landkreisen Krotoschin und Adelnau gelegenen fürstlichen Güter der Liquidation anheimfallen.[1] Es handelt sich um ein Areal mit einem Gesamtumfang von 24.500 Hektar.[1][2] Diese Ländereien sollen durch direkte Einbehaltung zugunsten des polnischen Staates eingezogen werden.[1][2]

Darüber hinaus erstrecken sich die behördlichen Maßnahmen auch auf weitere Besitztümer in anderen Regionen. Für zwei Landgüter in den Kreisen Soldau und Mewe wurde die Liquidation auf dem Wege des Zwangsverkaufs angeordnet.[1] Nach übereinstimmenden Meldungen, unter anderem des Harburger Tageblattes, weisen diese beiden Güter eine landwirtschaftliche Fläche von 1396 beziehungsweise 540 Hektar auf, die zwangsweise veräußert werden sollen.[1][2] Damit verliert das Haus Thurn und Taxis weite Teile seines historischen, nun unter polnischer Hoheit stehenden Grundbesitzes.[1]