Der Untersuchungsausschuss des amerikanischen Senats, der die massiven Geldflüsse bei den Vorwahlen in Illinois durchleuchtet, ist auf erheblichen Widerstand gestoßen.[1] Im Zentrum der Ermittlungen steht der Chicagoer Versorgungsmagnat Samuel Insull.[1] Wie der Evening Star meldet, räumte Insull vor den Senatoren unumwunden ein, die Kandidatur des Republikaners Oberst Frank L. Smith mit 125.000 Dollar unterstützt zu haben.[2] Zudem habe er seinem alten Freund George E. Brennan, der als Kandidat der Demokraten aus den Vorwahlen hervorging, weitere 15.000 Dollar zukommen lassen.[2]

Als der Ausschuss jedoch detailliertere Fragen stellte, verweigerte der Unternehmer die Aussage.[1] Insull lehnte es ab, ohne vorherige Rücksprache mit seinem Anwalt offenzulegen, ob er auch die sogenannte Crowe-Barrett-Organisation finanziell gefördert habe.[1] Diese politische Gruppierung in Chicago hatte sich im Wahlkampf maßgeblich für Smith eingesetzt.[1] Senator Reed aus Missouri, der dem Untersuchungsausschuss vorsitzt, machte deutlich, dass die Ermittler sämtliche Namen, Beträge und Verwendungszwecke von Geldern erfahren wollen, die von dem Magnaten an andere Organisationen flossen.[2]

Die politische Brisanz der Spenden wird durch die inhaltliche Ausrichtung des Wahlkampfes noch verschärft. Nach Angaben des Evening Star bestätigte Insull, zusätzlich fast 35.000 Dollar für Propaganda gegen den Internationalen Gerichtshof ausgegeben zu haben.[2] Diese Summe kam unmittelbar der Kampagne von Smith zugute. Smith hatte im Wahlkampf den amtierenden Senator McKinley dafür scharf kritisiert, dass dieser einer Zustimmung zum amerikanischen Beitritt zu dem internationalen Tribunal das Wort geredet hatte.[2] Senator Reed verlas in diesem Zusammenhang einen Brief. Darin wurden Frauenorganisationen aufgefordert, Programme zur Unterstützung des Internationalen Gerichtshofs zu unterstützen.[2]

Auch das direkte Umfeld der Kandidaten zeigte sich vor dem Senatsausschuss wortkarg. Allen F. Moore, der Wahlkampfleiter von Oberst Smith, weigerte sich standhaft, die Namen weiterer Spender preiszugeben.[1] Er deklarierte diese Ausgaben als streng vertraulich.[2] Senator Reed wies diese Auffassung jedoch scharf zurück und betonte, dass Ausgaben zugunsten eines Senatskandidaten von öffentlichem Interesse seien.[2] Aus der Washington Post geht hervor, dass Moore selbst etwa 75.000 Dollar in die Kampagne investiert hatte.[1] Die Gesamtkosten für den Wahlkampf von Smith bezifferte er auf mehr als 253.000 Dollar.[2]

Die Summen der anderen Bewerber nehmen sich dagegen bescheidener aus, werfen aber dennoch Fragen auf. Der Demokrat Brennan gab seine Ausgaben mit rund 20.000 Dollar an.[2] Chester A. Willoughby, der McKinleys Kampagne im Bezirk Chicago leitete, verteilte nach eigenen Angaben bis zu 55.000 Dollar.[2] Davon wurden allein 17.000 Dollar für die Bezahlung von Wahlbeobachtern in siebzehn Chicagoer Bezirken aufgewendet.[2] Der Ausschuss hat die Entscheidung über die rechtliche Befugnis, die Offenlegung aller Spender zu erzwingen, vorerst vertagt.[2]