In Tokio ist der Panasiatische Kongress nach mehrtägigen Beratungen zu Ende gegangen, wie die Agentur Reuter meldet.[1] Zum Abschluss der Tagung konstituierte sich formell ein neuer Bund der asiatischen Nationen. An die Spitze dieser Organisation wurde ein Direktorium berufen, das als eine Art asiatischer Gegenentwurf zum Genfer Völkerbund fungieren könnte.[1] Dieses Leitungsgremium besteht künftig aus zwei Japanern, zwei Chinesen, zwei Indern sowie einem philippinischen Vertreter.[1] Für den nächsten Kongress wurde die chinesische Hauptstadt Peking als Austragungsort festgelegt.[1]
Besondere Bedeutung erhielt die Schlusssitzung durch den politischen Vorstoß eines chinesischen Delegierten.[1] Dieser forderte nachdrücklich, dass der neue panasiatische Bund in erster Linie Indien bei der Wiedergewinnung seiner staatlichen Unabhängigkeit unterstützen müsse.[1] Der Redner erklärte, die Befreiung Indiens würde den westlichen Einfluss auf dem asiatischen Kontinent weitgehend beseitigen.[1] Dem Westfälischen Merkur zufolge soll dieser Vorschlag zu einem späteren Zeitpunkt in geheimen Sitzungen weiter erörtert werden.[1]
Nachrichten aus Schanghai zeigen jedoch, dass die proklamierte asiatische Einheitsfront nicht vollständig geschlossen ist.[1] Dort fanden öffentliche Protestkundgebungen gegen die Tokioter Konferenz statt.[1] In chinesischen Kreisen werfen die Gegner den japanischen Organisatoren vor, sie hätten die Konferenz einberufen, um die panasiatische Bewegung für eigene machtpolitische Zwecke zu nutzen.[1]