Am Mittwochabend veranstalteten die Kommunisten im Lustgarten eine Antikriegskundgebung, der mehrere tausend Menschen beiwohnten.[1] Als die Polizei am Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein Plakat beschlagnahmte, kam es zu ersten heftigen Zusammenstößen.[1] Dabei wurde der anwesende Vizepolizeipräsident Dr. Friedensburg von der Menge mit Schmähworten bedacht.[1] Ernst Thälmann warnte die Demonstranten in seiner Rede zwar vor Provokateuren — die Arbeiterklasse werde jedoch geschlossen losschlagen, „wenn es so weit ist“.[1] Im Anschluss verlagerten sich die Unruhen an die Ecke der Blumen- und Alexanderstraße, wo Anhänger des Roten Frontkämpferbundes erneut eine drohende Haltung einnahmen.[1] Nach Angaben der Sächsischen Staatszeitung griffen die Beamten schließlich zum Gummiknüppel, um die Menge zu zerstreuen.[2] Im Zuge dieser Einsätze nahm die Schutzpolizei zahlreiche Demonstranten in Gewahrsam.[1][2] Laut offiziellen Berichten gestaltete sich die Lage der Ordnungshüter im Verlaufe des Abends schwierig.[1]
Zusammenstoß zwischen Polizei und Kommunisten im Lustgarten
Thälmann kündigt geschlossenes Losschlagen an — Polizei räumt Straßenzüge mit dem Gummiknüppel
Berlin, 5. August.
Historische Einordnung
Straßenschlachten zwischen dem Roten Frontkämpferbund (RFB) und der Polizei gehörten zum politischen Alltag der Weimarer Republik. Die KPD radikalisierte sich unter Ernst Thälmann zusehends, was wenige Jahre später zum „Blutmai“ 1929 und dem darauffolgenden Verbot des RFB führte. Thälmann wurde 1933 verhaftet und 1944 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.
Quellenverweise:
- Deutsche Allgemeine Zeitung (Deutsche Digitale Bibliothek) 1926-08-05
- Sächsische Staatszeitung (Deutsche Digitale Bibliothek) 1926-08-05