Wie aus einem Telegramm aus Port Darwin hervorgeht, ist der britische Flugpionier Alan Cobham nach seinem wagemutigen Überseeflug am 5. August sicher in Australien eingetroffen.[1] Dieser erfolgreiche Etappenabschluss wird in englischen Luftfahrtkreisen als außerordentliche Leistung gefeiert.[1] Zwar unternahm Cobham nicht den Versuch, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, doch beweist der Flug, dass reguläre Passagierflüge zwischen Großbritannien und dem australischen Kontinent in absehbarer Zeit zur alltäglichen Routine werden könnten.[1] Die Unternehmung geriet zugleich zu einem Triumph für den britischen Flugzeugbau.[1] Die eingesetzte Maschine ist dasselbe bewährte Flugzeug, mit dem der Pilot bereits seine Langstreckenflüge nach Indien und Südafrika absolvierte; nach der geplanten Rückkehr nach England wird der Apparat eine Gesamtstrecke von 60.000 Meilen zurückgelegt haben.[1] Nach der Landung in Port Darwin erreichte Cobham ein Glückwunschtelegramm des australischen Premierministers Stanley Bruce (S. M. Bruce), in dem dieser erklärte: „Sie haben einen wertvollen Beitrag zur britischen Luftfahrt geleistet.“[1]
Den gefährlichsten Abschnitt der Reise bildete die Überquerung des Ozeans. In einem Telegramm an die Londoner Evening News, aus dem die China Mail zitiert, schilderte Cobham den etwa 400 Meilen langen Flug von Kupang (Koepang) in Niederländisch-Indien an die australische Küste.[1] Die Flieger mussten sich laut eigenen Angaben einerseits auf die Zuverlässigkeit ihres „Siddeley Jaguar“-Motors verlassen und andererseits ausschließlich per Koppelnavigation mithilfe des Kompasses steuern.[1] Nach stundenlangem Flug über offenes Wasser ohne Sicht auf Land geriet die Besatzung angesichts der kalkulierten Flugzeit in erhebliche Besorgnis. Schließlich kam die Bathurst-Insel (Bathurst Island) in Sicht.[1] Dem Hong Kong Telegraph zufolge hatte sich Cobham bewusst für ein Wasserflugzeug entschieden, um auf dem Weg nach Australien Zwischenlandungen auf dem Wasser zu ermöglichen. Ein ständiger Wechsel zwischen Radfahrwerk und Schwimmern sollte vermieden werden.[2]
Die vorangegangenen Etappen waren von extremen Wetterbedingungen und einem schweren Schicksalsschlag geprägt. Nach dem Überfliegen des Mittelmeeres kämpfte die Besatzung in Syrien und Mesopotamien mit großer Hitze und Sandstürmen.[1] In dieser Phase ereignete sich auch der tragische Tod von Cobhams Mechaniker Elliott.[1] Der weitere Verlauf führte bei Sturmnebel über den Persischen Golf nach Bandar Abbas (Bundar Abbas), wo rauer Seegang die Flieger aufhielt.[2] Auf dem Weg über den indischen Subkontinent traf die Besatzung auf den Monsun, der schließlich zu einer Notlandung im tropischen Regen in Rangun (Rangoon) zwang.[1] Nach weiteren schweren Niederschlägen in Singapur — wo Cobham laut der China Mail vor dem örtlichen Yachtklub wasserte und von Vertretern wie Hayes Marriott empfangen wurde — traf man erst bei Muntok und Batavia wieder auf klares Wetter.[1]