Die amerikanischen Eisenbahngesellschaften blicken auf das erfolgreichste Halbjahr ihrer bisherigen Geschichte zurück.[1][2] Wie aus übereinstimmenden Meldungen hervorgeht, beliefen sich die kumulierten Gewinne der Bahnbetreiber in den ersten sechs Monaten des Jahres 1926 auf annähernd eine halbe Milliarde Dollar.[1][3] Dieser Aufschwung unterstreicht die gewaltige industrielle und landwirtschaftliche Dynamik der Vereinigten Staaten in dieser Zeit.
Dem Hong Kong Telegraph zufolge prognostiziert das amerikanische Büro für Eisenbahnökonomie für das Gesamtjahr 1926 einen Überschuss von rund 1.200.000.000 Dollar.[1] Im Jahr 1925 lag der vergleichbare Nettogewinn der Bahnen noch bei 1.136.000.000 Dollar.[1][3] Ob diese sehr optimistische Schätzung tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch maßgeblich von den bevorstehenden Erntebewegungen ab.[2] Die Helsingin Sanomat weist darauf hin, dass insbesondere die umfangreichen Getreidefrachten entscheidend für das Erreichen der Rekordmarke sein werden.[3]
Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die zweite Jahreshälfte noch ertragreicher sein wird. Aufgrund des traditionell starken Herbstverkehrs — vor allem durch den Transport der landwirtschaftlichen Güter aus den Anbaugebieten an die Küsten und in die Industriezentren — erwartet man, dass die kommenden Monate etwa 58 Prozent des gesamten Jahresgewinns beitragen werden.[1] Diese Entwicklung zeigt, dass das nordamerikanische Schienennetz trotz der langsam zunehmenden Konkurrenz durch motorisierte Straßenfahrzeuge weiterhin das logistische Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft bildet.