Ein dreister Versuch der Seeräuberei an Bord des Dampfers Suiyang konnte in letzter Minute durch das entschlossene Eingreifen der hiesigen Wasserpolizei vereitelt werden.[1] Fünf chinesische Passagiere wurden noch vor dem Auslaufen des zur China Navigation Company gehörenden Schiffes festgenommen.[2] Der Dampfer sollte am Sonntag planmäßig die Fahrt nach Shanghai antreten.[1][2]
Nach Berichten des Hong Kong Telegraph begab sich Kriminalfeldwebel Barnicle auf Grund vertraulicher Hinweise mit einer Gruppe von Kriminalbeamten an Bord.[2] Die Durchsuchung der Passagiere und ihres Gepäcks erfolgte auf Grundlage der strengen Verordnung zur Piraterieprävention (Piracy Prevention Ordinance).[2] Bei der Kontrolle des Reisegepäcks der fünf Verdächtigen stießen die Ermittler auf ein raffiniertes Schmuggelversteck.[1][2]
Wie die China Mail detailliert ausführt, entdeckten die Beamten bei der Visite drei Paar Stiefel, die mit doppelten Sohlen versehen waren.[1][2] In diesen Hohlräumen wurden schussbereite, voll geladene Revolver gefunden.[2] Die Männer hatten vermutlich beabsichtigt, sich als gewöhnliche Reisende getarnt an Bord zu begeben und auf hoher See die Kontrolle über das Schiff zu übernehmen. Diese Vorgehensweise ist den Behörden aus der jüngeren Vergangenheit bekannt.[1] Piratenüberfälle auf Küstendampfer im Südchinesischen Meer stellen seit Jahren eine beständige Gefahr für die zivile Schifffahrt dar. Aus diesem Grund greifen die Zollbehörden rigoros durch.
Die Beschuldigten wurden am Montagmorgen in Kowloon dem Richter J. H. B. Nihil vorgeführt.[1][2] Dem Hong Kong Telegraph zufolge wurde die formelle Anhörung auf den kommenden Freitagnachmittag vertagt, da der Fall vor einem Gremium von zwei Richtern verhandelt werden soll.[2] Die Festgenommenen verbleiben für die Dauer der Ermittlungen in strenger Untersuchungshaft.[1]
Das vereitelte Vorhaben fällt in eine Zeit erheblicher Spannungen in der britischen Kronkolonie. Nach Angaben des Hong Kong Telegraph kommt es gegenwärtig nahezu täglich zu blutigen Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Gewerkschaften. Die zwei feindlichen politischen Lager bestehen einerseits aus der von der Kuomintang geleiteten Arbeiterdelegiertenkonferenz und andererseits aus der die kommunistische Partei ablehnenden Central Labour Union.[2] Die politische Unsicherheit und die Gefährdung der Häfen werden durch diese anhaltenden Wirren im südchinesischen Raum weiter verschärft.[2]