Der Goldexport aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland ist wieder in Gang gekommen.[1] Laut der Washington Post erfolgen derzeit neue Lieferungen der Federal Reserve Bank von New York an die Deutsche Reichsbank.[1] Der transatlantische Goldfluss hatte bereits kurz nach der Auflegung der amerikanischen Millionenanleihe für Deutschland im Jahre 1924 enorme Ausmaße erreicht. Nun setzt er sich fort.[1]

Die aktuelle Maßnahme zielt darauf ab, die metallischen Reserven des deutschen Noteninstituts in Berlin weiter zu stärken.[1] Bereits in den späten Monaten des Jahres 1924 und im frühen Verlauf des Jahres 1925 wurde etwa die Hälfte der Erlöse aus der 110 Millionen Dollar schweren Anleihe zu genau diesem Zweck an die Reichsbank transferiert.[1]

Um Spekulationen auf dem Finanzmarkt entgegenzutreten, sah sich die Direktion der New Yorker Federal Reserve Bank veranlasst, eine offizielle Erklärung zu den Vorgängen abzugeben.[1] Aus dieser Mitteilung geht hervor, dass das amerikanische Institut von der deutschen Reichsbank ausdrücklich autorisiert wurde, die genaue Natur der Lieferungen zu präzisieren.[1] Die Beamten der Reserve Bank erklärten, die derzeit nach Deutschland gesandten Lieferungen seien lediglich Teil jener ohnehin zweckgebundenen Goldreserven, die in New York bereits seit längerer Zeit für Rechnung der Reichsbank unangetastet verwahrt wurden.[1]

Die Abwicklung erfolgt demnach wie in den vorangegangenen Fällen.[1] Das Edelmetall stammt aus Beständen, die bereits in amerikanischen Händen angesammelt und entsprechend zertifiziert worden sind.[1] Während in den Vereinigten Staaten die physischen Goldbestände verladen werden, bleibt die Situation am heimischen Geldmarkt in Deutschland angespannt.[2] So berichtet die Deutsche Allgemeine Zeitung von einer merklichen Schwäche an der Berliner Börse.[2] Diese Belastung im Inland — ausgelöst durch bevorstehende Zahlungsverpflichtungen für Schatzanweisungen der Reichspost in Höhe von 80 Millionen Mark — unterstreicht die Bedeutung der Goldtransfers.[2] Ein solider Goldbestand der Reichsbank ist unerlässlich, um das internationale und nationale Vertrauen in die Währung zu erhalten. Zugleich hat die Binnenwirtschaft mit knappen liquiden Mitteln zu kämpfen.[1][2]