Am Dienstagabend ist es im Berliner Stadtteil Wedding abermals zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Schutzpolizei und kommunistischen Demonstranten gekommen.[1][2] Ausgangspunkt der Unruhen war ein Umzug durch die Wedding-Gegend, der sich gegen 19.30 Uhr im Bereich der Maxstraße und der Weddingstraße formierte.[1][2]

Wie das Harburger Tageblatt berichtet, fuhren vor einem dortigen Lokal drei Lastkraftwagen mit Angehörigen der Roten Frontkämpfer vor. Diese sollten den Zug mit roten Fahnen und einer Musikkapelle anführen.[2] Den unmittelbaren Anlass für das Eingreifen der Beamten bildeten verbotene Plakate, welche die Manifestanten mitführten.[1] Die Polizei folgte der strikten Anweisung, Zusammenrottungen im Keim zu ersticken und das Material zu beschlagnahmen. Hierbei wurde sie rasch von der Menge umringt.[1][2]

Nach Angaben der Pressestelle des Polizeipräsidiums hagelte es Faustschläge, Stockhiebe und Steinwürfe auf die Ordnungskräfte.[1][2] Die Beamten sahen sich schließlich derart bedrängt, dass sie vom Gummiknüppel Gebrauch machten und wiederholt Warnschüsse abgaben, um die Straßen zu räumen.[1][2] Einige Agitatoren forderten die Menge fortwährend zum Vorgehen gegen die Staatsgewalt auf. Erst als sich die Demonstranten allmählich in die umliegenden Häuser zurückzogen, entzog sich die Situation der Kontrolle.[2]

Laut dem Hamburger Echo wurden drei Zivilisten verletzt, von denen zwei wegen der Schwere ihrer Blessuren im Krankenhaus verbleiben müssen.[1] Polizeibeamte kamen indes nicht zu Schaden.[2] Die kommunistische Rote Fahne behauptet dagegen, es seien bis zu siebzig Schüsse gefallen und zwanzig Personen verwundet worden.[1] Fünf mutmaßliche Rädelsführer nahm die Polizei noch am Abend in Gewahrsam.[1][2] Auch im Stadtteil Schöneberg kam es bei den Verfassungsfeiern zu kleineren Reibereien mit der Schutzpolizei.[2]