Die Verwaltung der Deutschen Reichspost hat ausführlich zu wiederholten öffentlichen Forderungen Stellung genommen, durch verstärkte Vergabe von Aufträgen an die Industrie das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung zu unterstützen.[1] Wie der Westfälische Merkur berichtet, verweist die Behörde darauf, dass der Verwaltungsrat bereits im März dieses Jahres ein weitreichendes Beschaffungsprogramm in Höhe von 300 Millionen Reichsmark genehmigt hat.[1] Die Mittel werden zur Hälfte über Anleihen aufgebracht. Eine zweite Tranche in Höhe von 80 Millionen Reichsmark wurde kürzlich als Schatzanweisung zum Zeichnungspreis von 99,5 Prozent ausgegeben.[1]
Vom Gesamtvolumen entfallen 113 Millionen Reichsmark auf die Kabel- und elektrotechnische Industrie und 104 Millionen Reichsmark erhält das Baugewerbe.[1] Weitere Beträge sind für die Eisen- und Maschinenindustrie sowie den Betrieb der Kraftwagen vorgesehen.[1] Bei der Auftragsvergabe berücksichtigt die Postverwaltung insbesondere jene Bezirke, in denen die Arbeitslosigkeit am höchsten ist.[1] Den größten Anteil erhält Berlin und Umgebung mit 112,5 Millionen Reichsmark, gefolgt vom Rheinland mit 40,5 Millionen sowie Bayern mit 35 Millionen Reichsmark.[1]
Zusätzlich zu den genannten Beträgen hat der Verwaltungsrat beschlossen, als besondere Arbeitsbeschaffungsmaßnahme weitere 20 Millionen Reichsmark bereitzustellen.[1] Diese Mittel dienen dem dringenden Raumbedarf im Fernsprech- und Kraftwagenbetrieb und sollen ebenfalls über Anleihen finanziert werden.[1]