Der sowjetrussische Monumentalfilm Panzerkreuzer Potemkin beschäftigt nun auch die Behörden der tschechoslowakischen Hauptstadt.[1] Wie das Blatt Právo Lidu erfährt, wurde das Werk kürzlich der Prager Filmzensur zur Begutachtung vorgeführt.[1] Die Vorführung löste erhebliche Meinungsverschiedenheiten unter den Prüfern aus.[2]

Bei der anschließenden Abstimmung über die Zulässigkeit des Films für die tschechoslowakischen Kinos ergab sich ein sehr knappes Stimmenverhältnis von vier zu fünf.[1][2] Dieses Ergebnis hätte nach den üblichen Bestimmungen das sofortige Verbot des Films bedeutet. Ein solches Verbot hätte die endgültige Verbannung von der Leinwand nach sich gezogen.[1] Dennoch kam es nicht zu einer sofortigen Verbotserklärung.[2]

Nach Angaben der Deutschen Allgemeinen Zeitung schloss sich an das Votum eine längere Verhandlung innerhalb der Behörde an.[2] Dem Vorwärts zufolge beschloss das Gremium schließlich, das umstrittene Werk einem breiteren Zensurkollegium vorzulegen.[1] Diese erweiterte Instanz soll nun endgültig entscheiden, ob das Publikum in Prag den Film zu sehen bekommt oder ob eine Vorführung endgültig untersagt wird.[1][2]