Der weltberühmte Filmschauspieler Rudolph Valentino ist tot.[1][2] Wie die Los Angeles Times berichtet, verstarb der Stern der Leinwand in einem New Yorker Krankenhaus an den Folgen einer schwerwiegenden Doppeloperation.[1] Sein Zustand hatte sich zuvor dramatisch verschlechtert, nachdem zu einer Blinddarmentzündung und Magengeschwüren auch eine eitrige Rippenfellentzündung des linken Lungenflügels hinzugekommen war.[3] Auch das Berliner Tageblatt meldete bereits am Vortag, dass nach dem Eingriff eine Entzündung des linken Lungenflügels aufgetreten sei und die Lage äußerst kritisch geworden sei.[4] Dem Pariser Figaro zufolge hatte sich das Leiden stark auf die linke Brustseite ausgedehnt.[5]

Die medizinischen Beobachtungen der letzten Stunden waren besorgniserregend. Nach Angaben der Washington Post stellten die Ärzte zuletzt ein hohes Fieber von 104 Grad Fahrenheit fest, was etwa 40 Grad Celsius entspricht, bei einem Puls von 120 und einer Atemfrequenz von 30.[3] Das Pflegepersonal im Polyclinic Hospital wurde verstärkt, und vier Mediziner wachten Tag und Nacht an seinem Bett.[1][3] Valentino litt an starken Schmerzen, verursacht durch eine lokale Blutvergiftung und Lungenstauung.[1] In den Tagen zuvor hatte der Schauspieler eine akute Bauchfellentzündung noch erfolgreich überwunden.[3]

Der Schauspieler ahnte bis zuletzt nicht, dass sein Ende nahe war. Aus dem Evening Star geht hervor, dass er gegenüber seinem Manager George Ullman noch sorglose Zukunftspläne schmiedete.[2] Er freue sich darauf, im kommenden Monat zum Fischen zu fahren, und hoffe, es seien genügend Angeln bereitgelegt worden.[2] Joseph M. Schenck, der Leiter der Filmgesellschaft United Artists, durfte den Sterbenden gemeinsam mit seiner Ehefrau Norma Talmadge besuchen.[3] Norma Talmadge berichtete später, Valentino habe zwar schwer geatmet, doch nicht erkannt, wie schlecht es um ihn stand.[3]

Die Nachricht vom Tod des Leinwandhelden führte in den Vereinigten Staaten zu außergewöhnlichen Szenen. Vor dem Krankenhaus in New York versammelten sich Männer, Frauen und Kinder in solch großer Zahl, dass die Krankenhausleitung die Polizei um Unterstützung bitten musste, um die Menge zu zerstreuen.[2] Die Telefonzentrale des Spitals war durch zahlreiche Anrufe blockiert, während Beileidstelegramme in großer Zahl eintrafen.[2] In Los Angeles brach die Schauspielerin Pola Negri, die wiederholt ihre Verlobung mit Valentino öffentlich gemacht hatte, in ihrem Hotelzimmer unter der Last der Trauer zusammen.[1][2]

Die gesamte Filmwelt zeigte sich zutiefst erschüttert. Gloria Swanson würdigte den Verstorbenen als einen wahren Künstler, charmanten Herrn und treuen Freund.[2] Major Edward Bowes hob hervor, Valentino sei ein ehrlicher und aufrichtiger Arbeiter in seinem Beruf gewesen.[2] Adolph Zukor, unter dessen Leitung Erfolge wie Blood and Sand entstanden, fügte an, Valentino habe sich stets mit ganzer Hingabe seinen Rollen gewidmet und bestrebt, die dargestellten Charaktere lebendig werden zu lassen.[2] Der frühe Tod dieses Idols hinterlässt ohne Frage eine große Lücke innerhalb der internationalen Filmkunst.