Nach dem Sturz der Diktatur hat General Kondylis (Georgios Kondylis) nunmehr ein neues griechisches Kabinett gebildet, in dem er selbst das Kriegs- sowie das Marineministerium übernimmt.[1] Der Agence d'Athènes zufolge fand unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik eine richtungsweisende Sitzung aller politischen Parteiführer statt.[1] Bei diesen Erörterungen zeigten die Teilnehmer einen überaus entgegenkommenden Geist und patriotische Gefühle. Dies eröffnet gute Aussichten für die zukünftige Entwicklung des Landes.[1] Die Besprechungen mündeten in den Beschluss, eine vorwiegend aus Zivilisten bestehende Regierung unter dem Vorsitz von General Kondylis — dem Führer der national-demokratischen Partei — zu bilden.[1]

Das Kabinett setzt sich aus hervorragenden Persönlichkeiten zusammen; das militärische Element wurde bewusst ausgeschlossen.[2] Die neue Führung hat den klaren Auftrag erhalten, die von der niedergeworfenen Diktatur des Generals Pangalos (Theodoros Pangalos) geschaffenen widersinnigen Zustände zu beseitigen und die gesetzliche republikanische Ordnung mitsamt den Freiheiten des Volkes wiederherzustellen.[2] Um das Land rasch zu einer stabilen politischen Lage zurückzuführen, sollen am 24. Oktober freie und unbeeinflusste Wahlen stattfinden.[2] Zur Verwirklichung dieser Ziele kündigte der Premierminister an, die enge Zusammenarbeit mit den Parteiführern fortzusetzen.[2]

In ihrer programmatischen Erklärung hebt die Regierung hervor, dass sie dringende Wirtschafts- und Verwaltungsprobleme lösen und eine gerechte sowie loyale Verwaltung aufbauen wolle.[2] Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Wiederherstellung einer straffen Manneszucht im Heer und in der Flotte.[2] Die Organe der Nation sollen sich ausschließlich ihren Pflichten widmen und sich jeder Einmischung in das politische Leben der Republik enthalten.[2] Auf außenpolitischem Gebiet strebt Athen an, die aus dem Weltkrieg entstandene Solidarität mit den alliierten Ländern aufrechtzuerhalten und die nachbarschaftlichen Beziehungen enger zu gestalten.[2] Das Kabinett ist von freundschaftlichen Gefühlen gegenüber Serbien beseelt und hofft, dass die künftige Volksvertretung eine wohlwollende Lösung der noch offenen Fragen herbeiführt.[2]

Derweil hat man Vorsorge getroffen, damit die alte Führung nicht wiedererstarken kann. Um jeden Fluchtversuch zu vereiteln, wird der abgesetzte Diktator Pangalos nach Kreta gebracht, wo er in der Festung Izeddin gefangen gehalten werden soll.[1]

Bemerkenswert ist die internationale Bewertung des Umsturzes in Osteuropa. Aus Moskau verlautet, die offiziöse Iswestija betrachte den Sturz von Pangalos als ernstlichen Schlag gegen englisch-italienische Interessen.[2] Dem Blatt zufolge sei der Aufstieg von Kondylis auf die Unterstützung der französischen Diplomatie zurückzuführen. Diese habe eine weitere Verstärkung der britischen Machtstellung im östlichen Mittelmeer nicht dulden wollen.[2]