Nach monatelanger Beobachtung und unter Überwindung erheblicher Schwierigkeiten ist es der Kriminalpolizei in Magdeburg gelungen, eine äußerst vorsichtig agierende Falschmünzerbande auszuschalten.[1] Wie die Badische Presse berichtet, wurden die meisten Mitglieder dieser kriminellen Vereinigung bereits im Mai dieses Jahres festgenommen.[1]
Im Mittelpunkt der polizeilichen Ermittlungen stand zunächst der Schlosser Otto Michaelis, der schon seit längerer Zeit im Verdacht stand, Falschmünzerei zu betreiben.[1] Sein Sohn, der Schlosser Kurt Michaelis, war bereits im März 1925 wegen der Verbreitung falscher 50-Pfennig-Stücke überführt und zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden.[1] Die Ermittler hatten angenommen, dass Otto Michaelis das gewinnbringende, jedoch unerlaubte Handwerk auch nach der Inhaftierung seines Sohnes fortführte. Diese Vermutung hat sich nun vollständig bestätigt.[1]
Die weiteren Untersuchungen ergaben, dass Otto Michaelis gemeinsam mit dem Tischler Richard Fieck seit November 1924 in systematischer Weise gefälschte 50-Pfennig-Stücke herstellte.[1] Maßgeblicher Organisator war der Kaufmann Karl Müller, der sowohl die Räumlichkeiten für die geheime Werkstatt bereitstellte als auch das gesamte Unternehmen finanzierte.[1]
Neben diesen Haupttätern wurden sechs weitere Personen festgenommen, die an der Herstellung und Verbreitung des Falschgeldes beteiligt waren.[1] Die genaue Zahl der Fälschungen konnte nicht mehr vollständig festgestellt werden; jedoch nimmt die Behörde an, dass eine erhebliche Menge an Falschgeld in Umlauf gebracht wurde — allein bei der Durchsuchung der Werkstatt wurden mehr als 30.000 fertige Münzen beschlagnahmt und vernichtet.[1] Die Angeklagten mussten sich nun vor dem erweiterten Schöffengericht verantworten. Dieses verurteilte sie zu schweren Zuchthaus- und Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren und sechs Monaten.[1]