Die junge Kanalschwimmerin Gertrude Ederle ist am gestrigen Tag nach ihrer historischen Leistung in ihre Heimatstadt zurückgekehrt.[1] Wie der Evening Star berichtet, bereitete die amerikanische Metropole der Tochter eines ortsansässigen Metzgers einen Empfang beispiellosen Ausmaßes.[1] Das städtische Schleppschiff Macom holte die Sportlerin an der Quarantänestation von dem Ozeandampfer Berengaria ab. Es führte eine regelrechte Triumphprozession durch den Hafen an.[1]
Die Washington Times schildert einen immensen Lärm durch Schiffssirenen, musizierende Kapellen und kreisende Wasserflugzeuge.[2] Ein Zerstörer der Marine stimmte in die Sirenenklänge ein — eine unüberhörbare Würdigung der sportlichen Leistung.[2] Allein am Battery Park hatten sich mehr als 100.000 Menschen versammelt, die teils seit acht Uhr morgens ausharrten, um ihre Heldin mit lauten Rufen zu begrüßen.[2] Unter einem dichten Regen aus zerschnittenen Telegrafenstreifen, die aus den Fenstern der Wolkenkratzer geworfen wurden, bewegte sich der Zug anschließend den Broadway hinauf zum Rathaus.[1] Dort überreichte Bürgermeister Walker der sichtlich bewegten Frau eine Ehrenurkunde, die Ederle formell als Bezwingerin des Ärmelkanals auszeichnet.[1]
Ihre Familie erwartete die Schwimmerin bereits auf dem Wasser.[1] Ederle, die einen dunkelblauen Anzug sowie einen orchideenfarbenen Filzhut trug und eine in Frankreich erworbene Puppe im Arm hielt, fiel ihrer Mutter nach der langen Überfahrt weinend in die Arme.[1] Ihr Rechtsbeistand Dudley Field Malone schirmte sie vor drängenden Fragen ab, gab jedoch bekannt, dass die Schwimmerin geschäftliche Angebote im Wert von rund 900.000 Dollar erhalten habe.[1] Für eine kurze Verstimmung sorgte ein hitziges Wortgefecht zwischen Malone und dem Präsidenten eines deutsch-amerikanischen Vereins. Der Anwalt wollte dessen Grußworte unterbinden.[1]
Gegenüber der Presse wies Ederle erneut die Behauptung zurück, ein zweites Begleitboot habe ihr den Rekordversuch durch sein Kielwasser erleichtert.[1] Sie erklärte, dass die starken Wellen des Bootes sie beim Schwimmen im Gegenteil erheblich behindert hätten.[1]