In der Reichshauptstadt wurde die 16. internationale Konferenz der Luftverkehrsgesellschaften, die diesjährige Herbsttagung der International Air Traffic Association, feierlich eröffnet.[1][2] Es ist die bisher größte und bedeutsamste Zusammenkunft in der Geschichte des internationalen Flugverkehrs. An ihr nehmen die Direktoren fast aller europäischen Luftfahrtunternehmen teil.[1][3]

Laut der Sächsischen Staatszeitung begrüßte Ministerialrat Brandenburg vom Reichsverkehrsministerium die anwesenden Delegierten im Namen der Reichsregierung mit einer Ansprache.[3] Nach Informationen des Helsingin Sanomat wurde unmittelbar darauf der Direktor der Deutschen Luft-Hansa, Wronsky, zum Vorsitzenden gewählt. Anschließend begann die Versammlung mit den geschäftlichen Verhandlungen.[2]

Auf der umfangreichen Tagesordnung stehen Fragen, die für die Konsolidierung des europäischen Luftnetzes von entscheidender Bedeutung sind. Das schwedischsprachige Hufvudstadsbladet berichtet, dass insbesondere ein Übereinkommen über die europäischen Winterflugpläne sowie die Einführung eines einheitlichen internationalen Flugscheins zur Debatte stehen.[1][3] Darüber hinaus befassen sich die Experten mit der Erstellung einer allgemeinen Luftverkehrsstatistik, erörtern die Frage der Haftung bei Flugtransporten und beraten über die Einführung eines internationalen Luftfrachtbriefes.[1][3]

Die internationale Repräsentanz ist sehr umfassend. Neben der Deutschen Luft-Hansa und der Deutsch-Russischen Luftverkehrsgesellschaft sind auch die britische Imperial Airways, die französische Air Union, die niederländische K. L. M. sowie skandinavische Vertreter wie die finnische Aero und die schwedische Aerotransport vertreten.[1] Die finnische Abordnung wird durch den Gesandten Söderhjelm und den Chef der Seefahrtsverwaltung, Freiherr Gustaf Wrede, geleitet.[1]

Dass der zivile Flugverkehr trotz aller technischen Fortschritte weiterhin Risiken birgt, wurde durch einen tragischen Vorfall erneut in Erinnerung gerufen. Ein tödlicher Zwischenfall unterstreicht die Dringlichkeit internationaler Standards. Dem Helsingin Sanomat zufolge stürzte auf dem Flugplatz Dortmund ein nach Dessau fliegendes niederländisches Flugzeug bei Kunstflügen ab. Dabei kamen Pilot und Mechaniker ums Leben.[2]