Im Ringen um die künftige staatliche Gestalt der Philippinen hat sich das Parlament in Manila über den Einspruch der amerikanischen Verwaltung hinweggesetzt.[1][2] Wie die Washington Post meldet, hat das philippinische Repräsentantenhaus das Veto des Generalgouverneurs Leonard Wood gegen das geplante Gesetz über eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit überstimmt.[1] Dieser Vorgang kam in politischen Kreisen nicht unerwartet. Der philippinische Senat hatte bereits vor einem Monat den gleichen Schritt vollzogen.[1][2]

Mit diesem parlamentarischen Beschluss wird das weitere Verfahren nun in die amerikanische Hauptstadt verlagert.[1][2] Der Gesetzentwurf wird Präsident Coolidge zur abschließenden Entscheidung vorgelegt.[1][2] Nach Angaben der Los Angeles Times verbleibt dem amerikanischen Präsidenten nach Eingang des Dokuments eine Frist von sechs Monaten, um den philippinischen Beschluss entweder endgültig zu bestätigen oder ein Veto einzulegen.[2] Für die Urteilsbildung im Weißen Haus sind besonders jene Berichte maßgeblich, die Coolidge von Generalgouverneur Wood über die Lage auf den Inseln erhält.[2] Diese administrativen Einschätzungen werden die Grundlage für das weitere Vorgehen der amerikanischen Regierung bilden, deren Zustimmung zu einem Unabhängigkeits-Plebiszit weiterhin fraglich ist.[2]